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Vorwort: Vorwort

Vorwort
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Notes

table of contents
  1. Book Cover
  2. Title Page
  3. Editorial
  4. Vorwort

Vorwort

1Der vorliegende Sammelband versammelt kritische Forschungsansätze sowohl aus verschiedenen akademischen Disziplinen – der Theater-, Medien‑, Film-, Literaturwissenschaften sowie der Soziologie, der Erziehungswissenschaften – als auch der praxisbezogenen Theaterpädagogik und der Sozialen Arbeit. Anliegen ist es, die interdisziplinäre Forschung und einen integrativen Forschungsansatz für den Sammelband fruchtbar zu machen, um so den gegenseitigen akademischen und praktischen Transfer von Wissen hervorzuheben und die Kluft zwischen Wissen und Praxis in Bezug auf Wissenschaft, Theater und Migration zu überwinden: Dabei geht es um die Analyse des komplexen Themenfeldes, das die gegenwärtigen Migrationsbewegungen ins Zentrum der internationalen und interdisziplinären Diskussionen rückt.

2Das Zentrum des Bandes bilden fach- und kulturübergreifende Auseinandersetzungen mit den nachstehen Fragen: Wie werden heute noch kategorisierende und typisierende Darstellungen der „Anderen“ als „Fremde“ anhand Inszenierungsstrategien in künstlerischen Projekten reproduziert und verfestigt? Welche Herausforderungen folgen hieraus für gegenwärtige Theaterprojekte als auch für die wissenschaftliche Theoriebildung und Reflexion, wenn diese das Ziel postulieren, in der gegenwärtigen zunehmenden gesellschaftlichen Vielfalt kolonialistisch-geerbte scharfe Distinktion zwischen „Eigenem“ und „Fremden“ zu überwinden? Über welche wissenschaftlichen und künstlerischen Methoden und interdisziplinäre Strategien verfügt das Paradigma eines transkulturellen Theaterschauplatzes, auf welchem immanent ästhetische Grenzüberschreitungen (der Kulturen, Wissenschaften, Künste) im vermeintlich Eigenen stattfinden?

3Der Band versammelt ausgewählte Vorträge des gleichnamigen internationalen und interdisziplinären Symposiums, das vom 1. bis 3. Februar 2018 in Innsbruck stattgefunden hat, welche zu vertieften Beiträgen ausgebaut werden. Darüber hinaus besteht der Band aus bereichernden Beiträgen zu Fragestellungen, welche im Rahmen des Symposiums nicht oder nur am Rande diskutiert werden konnten.

4Wir fokussieren einerseits Grenzen, aktuelle Migrationsbewegungen und die Odyssee Fliehender aus: Es geht dabei nicht nur um soziokulturelle und politische, sondern auch um ästhetische und künstlerische, aber auch wissenschaftliche Schauplätze, auf denen in der Form des Theaters oder einer Performance im metaphorischem Sinn „Grenzen und die Odyssee Fliehender“ thematisiert werden. Andererseits reflektieren wird kritisch das transkulturelle Theater als ein Praxis- und Forschungsansatz arbeitet im Wechselspiel von ästhetischer Erfahrung und performativer Erforschung vermeintlich „Fremdem“ im Eignen. Auch in der Theatersituation einer postdramatischen Ästhetik sowie innerhalb transkultureller Praxis und Erforschung werden ähnliche Erscheinungsformen von Grenzen und Fliehenden im Eigenen bzw. im eigenen kulturellen Umfeld ausfindig gemacht. Es wird zu diskutieren sein, inwieweit diese Herangehensweise dichotome Muster überwinden und eine Gesellschaft der Vielfalt unterstützen kann, welche sich nicht über polare Differenzen definiert, sondern über das vielfache Anderssein bzw. Nicht-Gleichsein jedes Einzelnen als gemeinschaftsstiftendes Moment, wie es Achille Mbembe in seinen Überlegungen u.a. mit dem Begriffen der „Entähnlichung“ und der „Sorge um das Offene“ andeutet (Heinicke 2019). Die Diskussion bietet vielerlei Anknüpfungspunkte an gängige Theaterpraktiken und Methoden wie zum Beispiel Brechts Verfremdungseffekt und wirft gleichzeitig ungewohnte Perspektiven auf die Theatergeschichte, was hier jedoch nur angedeutet werden kann, doch vielerlei Fragen aufwirft. Welche Methoden und Praktiken sollten Theaterschaffen und Kunstwissenschaften heutzutage hinzuziehen, um sich den verschiedenen Perspektiven stellen zu können? Welche wurden innerhalb kolonialen Gebarens verschüttet und können rekonstruiert und wieder in gegenwärtige Diskurse einflochten werden? Welche Stimmen sind weiterhin marginalisiert? Auf welche Art und Weise und nach welchen Rahmenbedingungen können sich theaterwissenschaftliche und kulturpolitische Theorien und Methoden dieser Vielfalt und Mehrstimmigkeit stellen? Diese Fragen können wir (noch) nicht oder nur unzureichend beantworten und doch spielen sie eine Rolle .

5Der Band ist in die drei thematische Kernbereiche bzw. Teile gegliedert: Die Beiträge des ersten Teils setzen sich mit Verhandlungsprozessen von Grenzen und Fremdheitserfahrungen in der Komfortzone aus der Perspektive theatraler und radikaler Selbstbefragung(en) auseinander. Im zweiten Teil gehen die Beiträge auf die drei Konzepte der Migration, der Grenzen und der Fremden in Verknüpfung mit transnationalen Perspektiven und Paradoxien in der Literatur und im (transkulturellen) Theater interdisziplinär ein. In den interdisziplinären Betrachtungen der Beiträge im dritten Teil geht es um Prozesse von Hinterfragen und (De-)Konstruktion sowie von In- und Exklusion der Frage von Grenzen und Fremden sowie um Lösungssuche.

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Das vorliegende Werk steht unter einer CC BY-SA 4.0 Lizenz. Informationen zu dieser Lizenz finden Sie unter https://creativecommons.org/licenses/by-sa/4.0/deed.de. Die in diesem Werk enthaltenen Bilder und Ressourcen unterliegen der selben Lizenz, sofern sie keiner anderen Quelle entnommen wurden oder mit einer anderen Lizenz versehen sind.
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