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Archival Literacy nach drei Jahrzehnten digitaler Transformation von Archiven: Archival Literacy nach drei Jahrzehnten digitaler Transformation von Archiven: Dystopie oder Utopie?

Archival Literacy nach drei Jahrzehnten digitaler Transformation von Archiven
Archival Literacy nach drei Jahrzehnten digitaler Transformation von Archiven: Dystopie oder Utopie?
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table of contents
  1. Umschlagbild
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Logos
  5. Archival Literacy nach drei Jahrzehnten digitaler Transformation von Archiven: Dystopie oder Utopie?
    1. Einführung
    2. Drei Jahrzehnte digitale Transformation von Archiven
    3. Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Archival Literacy von Nutzenden
    4. Archiv-Nutzung und Archival Literacy in der Zukunft
    5. Bibliographie

Archival Literacy nach drei Jahrzehnten digitaler Transformation von Archiven: Dystopie oder Utopie?

Thekla Kluttig

Einführung

Die Geistes- und Kulturwissenschaften nutzen analoge, digitalisierte und (in geringerem Umfang) born digital Quellen in und aus Archiven. Daher ist es naheliegend, dass zum Dialog zwischen Forschung und Gedächtnisinstitutionen über Überlieferungsbildung, Bereitstellung und Nutzung dieser Quellen aufgerufen wird – so jüngst durch Andreas Fickers.1 Allerdings reiht sich dieser Aufruf in frühere ein. 2003 legte eine durch die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG) initiierte Arbeitsgruppe ein Strategiepapier zu den deutschen Archiven in der Informationsgesellschaft vor. Dort wurden „deutliche Kommunikationsdefizite“ zwischen Archiven und der historischen Wissenschaft festgestellt, die im Interesse beider Seiten zu überwinden seien. Gut 20 Jahre später sind einige im Strategiepapier genannten Ziele erreicht; die damals gewünschte „Intensivierung des Dialogs“ gehört aber kaum dazu.2 Nach drei Jahrzehnten digitaler Transformation stellt sich die Frage, wie es aktuell um die Archival Literacy in den historisch forschenden Fächern steht. Knut Langewand konstatierte 2019:

„Mit dem fehlenden Kontakt zu Archivquellen geht eine Unkenntnis über die Natur von Archiven einher. Oftmals wissen viele Studierende nicht einmal, wo in ihrer Nähe sich ein Archiv befindet, was seine Aufgaben sind und was dort zu finden ist – Kenntnisse, die für das Konzept der archival literacy, einer kompetenten Vertrautheit mit Archiven, wesentlich sind.“3

Der folgende Beitrag möchte vor diesem Hintergrund zum Dialog beitragen. Er beginnt mit einem Rückblick über die digitale Transformation der Archive seit den 1990er Jahren. Im zweiten Abschnitt werden Auswirkungen dieser Transformation auf die Archival Literacy von Nutzenden betrachtet. Abschließend folgt ein Ausblick auf mögliche Entwicklungsszenarien.

Drei Jahrzehnte digitale Transformation von Archiven

Das deutsche Archivwesen ist vielfältig und die informationstechnische Entwicklung verlief und verläuft in den Archiven verschiedener Sparten und Größen sehr unterschiedlich. Der Überblick zeichnet wesentliche Entwicklungen in gebotener Kürze nach.4

Archivische Fachinformationssysteme und Online-Portale

Anfang der 1990er Jahre begann die Einführung von Archivischen Fachinformationssystemen (AFIS) für die Erschließung von Archivgut.5 Zuvor wurde in der Regel auf Karteikarten verzeichnet und ggf. später ein maschinenschriftliches Findbuch angefertigt. Dank der AFIS-Datenbanken konnte archivintern ab Mitte der 1990er Jahre zunehmend ‚digital‘ recherchiert werden, der Ausdruck von Findbüchern blieb aber selbstverständlich. Die papiernen Findmittel mussten von Nutzenden im Archiv eingesehen werden, um im nächsten Schritt Archivalien für die Einsicht im Lesesaal bestellen zu können.

Die Retrokonversion analoger Findmittel, also ihre Übertragung ins AFIS, lief erst nach 2005 im großen Stil an. Einen Schub bekam sie durch eine Förderlinie der DFG ab 2007, bis 2013 erhielten 43 Archive in 62 Projekten Fördermittel.6 Für die archivinternen Recherchen nahm die Bedeutung der analogen Findmittel immer mehr ab. Entscheidende Effekte für die Nutzung von außen hatte aber erst die Online-Stellung der Findmittel (bzw. Metadaten). Bereits 1999 hatte der damalige Präsident des Bundesarchivs gefordert, dass Beständeübersichten zu 100% im Internet zugänglich sein sollten, Findmittel über uneingeschränkt benutzbare Bestände im Prinzip ebenfalls.7 Doch es dauerte noch einige Jahre bis zu nennenswerten Fortschritten. Bei den Landesarchiven war Hessen ein Vorreiter: 2002 ging das Hessische Archiv-Dokumentations- und Informations-System (HADIS) online. Das Bundesarchiv ermöglichte ab 2005 eine übergreifende Recherche in Online-Findbüchern für DDR-Bestände (MidosaSEARCH). Darauf aufbauend bot es ab 2009 mit ARGUS einen übergreifenden Zugang zu Metadaten an.8

Gezielte archivübergreifende Recherchen wurden mit dem Aufbau von Archivportalen ab Ende der 1990er Jahre möglich. Bereits 1998 ging das Archivportal NRW online, doch erst seit 2008 konnten Archive dort neben Beständeübersichten auch Findmittel zu einzelnen Beständen hinterlegen.9 Ab 2001 entwickelte die Landesarchivdirektion Baden-Württemberg mit Projektpartnern das BAM-Portal (Internet-Portal für Bibliotheken Archive Museen), das 2015 durch die Deutsche Digitale Bibliothek (DDB) abgelöst wurde.10 Die DDB wiederum entstand als Teil der EUROPEANA, der europäischen, spartenübergreifenden Plattform für Archive, Bibliotheken und Museen, die 2008 online gegangen war.11 2014 wurde das Archivportal-D in Betrieb genommen, das eine deutschlandweite, archiv- und spartenübergreifende Recherche nach Archivgut ermöglicht.

Digitalisierung von Archivgut

Die oben beschriebenen Entwicklungen sind Teil der digitalen Transformation der Archive. Viele Forschende verstehen unter ‚Digitalisierung von Archiven‘ allerdings vorrangig (oder ausschließlich) die Digitalisierung analogen Archivguts.12 Dieser Teilbereich wurde in deutschen Archiven um das Jahr 2000 ein Thema. Große Aufmerksamkeit fand seinerzeit das Projekt Digitales Archiv Duderstadt: Zwischen 1996 und 1999 wurden die älteren Bestände des Stadtarchivs Duderstadt digitalisiert.13 Doch erst ab Mitte der 2000er Jahre nahm die Digitalisierung deutlich Fahrt auf.14 Zunächst ging es noch nicht um ganze Bestände: Auf Antrag von Nutzenden wurden einzelne Seiten gescannt, ganze Akten schon wegen der entstehenden Gebühren eher selten. Die Scans wurden in der Regel auf CD-ROM gebrannt und an die Nutzenden versandt. Eine Online-Stellung fand (noch) nicht statt.

Einen Schub brachte 2013–15 der DFG-geförderte Produktivpilot Digitalisierung von archivalischen Quellen.15 Seitdem fördert die DFG kontinuierlich Digitalisierungsprojekte, finanziell entsprechend ausgestattete Archive digitalisieren auch aus Eigenmitteln.16 So konnte das Sächsische Staatsarchiv 2017/18 mit Landesmitteln in Höhe von 1,2 Mio. Euro Digitalisate zu mehr als 5 Kilometern Archivgut herstellen. Möglich war dies vor allem durch die Digitalisierung von Mikrofilmen, die in den vorangegangenen Jahrzehnten erstellt worden waren.17 2024 sind 20 Millionen Digitalisate online recherchierbar.18

Anfang der 2010er Jahre stellten die ersten Archive auch Scanner zur Selbstbedienung bereit. Doch dies war nur eine Übergangsphase: Mit dem Aufkommen von Smartphones und den rasanten Verbesserungen der damit möglichen digitalen Fotografie wuchs die Erwartung, das Fotografieren durch Nutzende zu erlauben. Was in kleineren Archiven ohne eigene Scantechnik schon länger Alltag war, hielt zwischen 2017 und 2020 auch in den Staatsarchiven Einzug.19 Eingeschränkt bleibt die Fotografier-Erlaubnis jedoch bei Archivgut, das noch einer Schutzfrist unterliegt.

Polen und die Niederlande: Zwei Beispiele zur Situation in Nachbarländern

Aus verschiedenen Gründen waren Archive in anderen Ländern bei der Online-Stellung von Digitalisaten früher weiter. Ein Grund ist das föderalistische System auch im deutschen Archivwesen (in dem die Landesarchive und das Bundesarchiv verschiedene Fachverfahren nutzten und nutzen) im Vergleich z. B. mit den zentral geführten polnischen Staatsarchiven. Bereits um 2005 boten letztere verschiedene Datenbanken online an, darunter Sezam als Suche über alle Archivbestände und Pradziad als Datenbank zu den Kirchenbüchern und Standesamtsregistern.20 Schon 2013 gingen die Staatsarchive in Polen mit über 5 Millionen Scans dieser Quellen online.21 Ein anderer gewichtiger Grund ist, dass in Deutschland kommunale und staatliche Archive erst mit der Novellierung des Personenstandsrechts 2009 für die massiv nachgefragten Standesamtsregister zuständig wurden. In den Niederlanden war dies schon seit den 1960er Jahren der Fall.22 Dort nahm das Centraal Bureau voor Genealogie (CBG, seit 2015 CBG Centrum voor familiegeschiedenis) eine koordinierende Funktion für die niederländischen Archive bezüglich der Familienforschung ein. Diese entwickelte sich zum Treiber von Digitalisierungsprozessen und -angeboten, viel mehr als die geschichtswissenschaftliche Forschung.23

Born digital – zur Archivierung elektronischer Unterlagen

Der Aufbau der elektronischen Archivierung begann im deutschen Archivwesen in den 1990er Jahren. Das Bundesarchiv war nach dem Zusammenbruch der DDR mit der Hinterlassenschaft von DDR-Behörden und Einrichtungen konfrontiert, darunter auch Magnetbändern u. a. der Zentralverwaltung für Statistik. Seit 1993 wurde die elektronische Archivierung mit zunächst 3 Beschäftigten ausgebaut.24 1997 traf sich erstmals eine Gruppe von Archivar*innen, um sich zum Thema „Archivierung von Unterlagen aus digitalen Systemen“ (AudS) zu vernetzen. Daraus entstand der AudS-Arbeitskreis, dessen jährlich an wechselnden Orten stattfindende Tagungen von zentraler Bedeutung für die archivische Fachdiskussion im deutschsprachigen Raum sind.25 Bei der Tagung 2002 in Dresden wurde erstmals das OAIS-Konzept vorgestellt, heute das Referenzmodell für die Einrichtung elektronischer Archive.26 Zu dieser Zeit bot auch die Archivschule Marburg erstmals regelmäßig Fortbildungen zu elektronischer Archivierung an.27 Viele Archive schoben das Thema aber auch noch vor sich her, und nur sehr wenige Archivar*innen waren von Beginn an beim Aufbau des nestor-Kompetenznetzwerks für Langzeitarchivierung aktiv.28

Das Sächsische Staatsarchiv konnte 2013 das Elektronische Staatsarchiv (elStA) in Betrieb nehmen.29 Bereits 2006 wurde das Archivierungssystem DIMAG (Digitales Magazin) vom Landesarchiv Baden-Württemberg im Rahmen des Projekts Konzeption für ein digitales Landesarchiv entwickelt. Seitdem hat sich die Mehrzahl der deutschen Landesarchive DIMAG angeschlossen; auch Archive anderer Sparten sind der Kooperationsgemeinschaft dieser Verbundlösung beigetreten.30 Auf kommunaler Ebene ist als größere Verbundlösung DiPS.kommunal zu nennen, das vor allem von Kommunalarchiven in Nordrhein-Westfalen genutzt wird.31 Aber auch heute, im Jahr 2025, gibt es noch viele Archive, die noch nicht in die Lage versetzt wurden, elektronische Unterlagen sachgerecht zu archivieren.32

Auswirkungen der digitalen Transformation auf die Archival Literacy von Nutzenden

2015 erschien in der von der Society of American Archivists herausgegebenen Fachzeitschrift The American Archivist der Artikel „Archival Literacy Competencies for Undergraduate History Majors“. Der darin enthaltene Katalog soll als Leitfaden dienen, um in der geschichtswissenschaftlichen Ausbildung Kompetenzen zur Nutzung von Archiven und analogen wie digitalen Archivalien zu vermitteln. Die 34 Kompetenzen sind nach 6 Themen strukturiert (Accurately conceive of primary sources; Locate primary sources; Use a research question, evidence, and argumentation to advance a thesis; Obtain guidance from archivist; Demonstrate acculturation to archives; Follow publication protocols).33 In die deutschsprachige Diskussion wurden der Begriff Archival Literacy wie der Kompetenzkatalog durch den oben zitierten Beitrag von Knut Langewand eingeführt. Mit Langewand geht es dabei „neben dem Erwerb konkreter Fertigkeiten (skills) auch um weiterreichendes Erfahrungswissen […] – etwa die Fähigkeiten, die richtigen Fragen zu stellen oder mit widrigen Umständen zurechtzukommen“.34

Wie wirkt sich die digitale Transformation auf die Archival Literacy, die kompetente Vertrautheit mit Archiven, aus? Dies soll am Beispiel einiger Kompetenzen nach dem US-amerikanischen Katalog dargestellt werden.35

Veränderungen in der Direktbenutzung

In den 1990er Jahren erfolgte die Benutzung im Archiv noch so wie seit Jahrzehnten: Der übliche Weg bei einer Erstbenutzung war zunächst die Anmeldung und eine Beratung, Findmittel wurden eingesehen und interessierende Archivalien identifiziert.36 Bei der Beratung wies das archivische Personal auf weitere Bestände hin, die von Interesse sein könnten, oder gab andere weiterführende Hinweise. Oft gingen einer Benutzung auch Telefonate zur Vorbereitung voraus.

Eine wesentliche Veränderung brachte die oben dargestellte Online-Stellung von Metadaten. Sie erleichterte die Vorbereitung von Archivrecherchen, z. B. durch gezielte Vorbestellung von Archivalien. Zusammen mit der Fotografie-Erlaubnis führte das dazu, dass Archivbesuche kürzer wurden. Am Beispiel des Staatsarchivs Leipzig: Blieb ein Nutzer 2012 durchschnittlich 4 Tage im Archiv und benutzte 16 Archivalien, waren es 2022 nur noch 2,7 Tage, aber 31 Archivalien. Oder es kommt gar nicht mehr zu einem Besuch: Die Forschenden kalkulieren Zeit- und Kostenaufwand und stellen dann Anträge auf Herstellung digitaler Kopien vollständiger Akten, statt diese im Archiv einzusehen. Und ebenfalls festzustellen: Die Möglichkeit einer telefonischen Kontaktaufnahme wird kaum noch genutzt. In der Folge dieser Entwicklung finden Beratungen nur noch selten statt. Das hat Auswirkungen auf die Kompetenzen:

(22) Die Bedeutung und den potenziellen Gewinn eines Beratungsgesprächs mit Archivmitarbeitern erklären.

(23) Eine Vielzahl von Fragen und Informationsbedürfnissen an Archivare übermitteln, sowohl schriftlich als auch mündlich.37

Online-Recherchierbarkeit

Unser Eindruck aus Kontakten mit Nutzenden ist, dass Trefferlisten aus ‚Suchschlitz‘-Suchen als vollständig hingenommen werden. Es fehlt nicht selten das Bewusstsein dafür, dass nur ein kleiner Teil der vorhandenen Metadaten online recherchierbar ist, wie im Folgenden kurz aufgezeigt werden soll. Am Beispiel des Sächsischen Staatsarchivs: 2023 waren von den 6,3 Mio. vorhandenen Archivalien 4,5 Mio. im AFIS erfasst. Davon waren 2,8 Mio. online recherchierbar.38 Im Landesarchiv Nordrhein-Westfalen waren von 11,9 Mio. erfassten Datensätzen 3,2 Mio. online zugänglich.39 Auf der lokalen Ebene der Gemeinde-, Stadt- und Kreisarchive ist der Befund noch viel dramatischer, wie Mario Glauert bezogen auf Brandenburg 2015 feststellte: Die mit der Digitalisierung verbundenen technischen, organisatorischen und infrastrukturellen Anforderungen seien für die meisten brandenburgischen Archive nicht zu leisten. Ohne Unterstützung würden solche ‚Offline-Archive‘ angesichts der zunehmenden (nur noch) digitalen Recherche nicht mehr wahrgenommen und zu Verlierern des Digitalen Zeitalters werden.40 In Sachsen boten im Jahr 2019 von 71 an einer Umfrage teilnehmenden Archiven 52% keine Verzeichnungsinformationen im Internet an. Welche Folgen hat das für ihre Benutzung und damit die quellenbasierte Forschung auf der lokalen Ebene?41

Zwischenbilanz: Die Online-Recherchierbarkeit über Suchschlitze in Archivportalen suggeriert eine Vollständigkeit der Rechercheergebnisse. Das hat Auswirkungen u. a. auf die Kompetenzen:

(7) Die Internetseiten der Archive, Bibliotheken und Sondersammlungen ausfindig machen und zielführend nutzen, dies beinhaltet, vor dem Archivbesuch Findmittel, online verfügbare Archivquellen, Öffnungszeiten und Nutzungsordnungen zur Kenntnis zu nehmen.42

(10) Beschreiben, wie archivische Findmittel ausfindig zu machen und zu benutzen sind.

(11) Das Fehlen von Online-Zugängen zu vielen Archivmaterialien erklären.43

Online-Einsichtnahme

Erhebliche Veränderungen in der Nutzung von Archiven ergeben sich aus der Online-Stellung von Scans historischer Quellen. Marksteine für diesen Prozess sind unter anderem der 2002 begonnene Aufbau von Monasterium.net für digitalisierte Urkunden,44 die 2007 gestartete Kooperation der Bayerischen Staatsbibliothek mit GoogleBooks,45 das von der DFG 2012–18 geförderte Projekt der Digitalisierung der im Verzeichnis der im deutschen Sprachbereich erschienenen Drucke des 16. Jahrhunderts (VD 16) nachgewiesenen Drucke46 und das 2021 als Sub-Portal der DDB online gegangene Deutsche Zeitungsportal.47 Auch wenn sie im Bereich der wissenschaftlichen Forschung lange nicht rezipiert wurden, sind auch die Angebote der großen, v. a. amerikanischen Dienstleister im Bereich genealogischer Daten zu nennen, namentlich FamilySearch und Ancestry. Zusammen betrachtet waren seit etwa Ende der 2010er Jahre bereits so viele Digitalisate im Internet zu finden, dass die Erwartung von Nutzenden stieg, dort alles zu finden.

In den USA waren die Auswirkungen der umfangreichen Digitalisierung historischer Quellen und des damit einhergehenden immer größeren Informationsangebots im Internet schon früher zu spüren. Die amerikanische Archivarin Kate Theimer stellte bereits 2014 nüchtern fest, dass ein bequemer Zugang für viele Forschende ein entscheidender Faktor bei der Frage ist, mit welchen Quellen sie arbeiten. Kurz gesagt: „Wenn es nicht online steht, schreibe ich über etwas anderes.“48

Das ist vor dem Hintergrund fatal, dass voraussichtlich auch noch mittel- und langfristig ein großer Teil des analog vorliegenden Archivguts schon aus Kostengründen nicht digitalisiert werden wird. Die digitalisierten Quellen werfen einen Schatten auf die nur papiernen in den Archivmagazinen und das Wissen über Kontexte nimmt ab.49 Die Online-Nutzung von Digitalisaten verwischt die Unterschiede zwischen den Entstehungs- und Verwahrungskontexten.

Gleichzeitig geraten nicht digitalisierte Quellen, v. a. ab der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts (die noch personenbezogenen Schutzfristen unterliegen) aus dem Blick. Um diese online zur Verfügung stellen zu können, brauchen Archive einen „Virtuellen Lesesaal“, in dem nicht frei zugängliches Archivgut „nach Genehmigung von Nutzungs- und Schutzfristenverkürzungsanträgen in einer gesicherten Umgebung und unter hohen datenschutzrechtlichen Auflagen für authentifizierte Nutzer:innen zugänglich gemacht werden“ kann.50 Davon sind die meisten deutschen Archive noch weit entfernt.

Zusammen genommen hat dies Auswirkungen u. a. auf die Kompetenzen:

(4) Unterscheiden zwischen Einrichtungen, die Quellen beherbergen, inkl. Archiven, Bibliotheken, Museen und ihrer Sondersammlungen.51

(18) Sowohl papierene als auch elektronische Quellen interpretieren und analysieren. Dies beinhaltet die Beschreibung der Eigenschaften des physischen und digitalen Archivobjekts und seine materielle Verletzlichkeit, Mittel zur Authentifizierung inkl. Provenienz (etc.).52

(30) Die Art und Weise verdeutlichen, wie mit originalen Archivquellen im Gegensatz zu digitalen Quellen (Digitalisaten oder born digitals) oder anderen Reproduktionen (Mikrofilm, Mikrofiche etc.) umgegangen wird und diese benutzt und erfahrbar gemacht werden.53

Online-Durchsuchbarkeit von Quellen

Die automatische Durchsuchbarkeit von digitalen maschinenschriftlichen Quellen dank OCR-Erkennung ist seit Jahrzehnten etabliert. Mit Archivgut, das bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts überwiegend handschriftlich verfasst ist, sah es lange anders aus. Transkription oder Indizierung von Quellen waren zeitaufwändig und erfolgten händisch entweder durch Freiwillige (wie in Projekten z. B. des Vereins für Computergenealogie e. V.) oder durch bezahlte Hilfskräfte (wie bei kommerziellen Anbieter*innen genealogischer Datenbanken). Doch die Möglichkeiten der automatisierten Erkennung von Handschriften (Handwritten Text Recognition, HTR) haben sich in den letzten Jahren rasant entwickelt. Auch Archive haben begonnen, solche Tools zu nutzen.54 Und bereits jetzt ist festzustellen, dass bei Nutzenden „für die Recherche und für die Analyse eine Erwartungshaltung bezüglich der Interaktionsformen mit Textdaten geweckt“ wird.55 HTR-Tools für die Texterkennung von Handschriften ermöglichen auch Menschen den Zugang zu Archivalien, die nicht selbst über die paläographischen Kenntnisse verfügen. Sie führen aber auch dazu, dass der Erwerb solcher Kenntnisse weniger wichtig erscheint. Das hat Auswirkungen auf die Kompetenz:

(17) Historische Handschriftenstile und nicht mehr verbreitete Druckschrifttypen erkennen sowie Handschriften und Bücher, in denen diese verwendet werden, lesen.

Das ist nicht trivial: Die Kompetenz, „schriftliche und materielle Originalquellen vergangener Zeiten entschlüsseln und für die eigenen Fragestellungen fruchtbar machen zu können, ist die Grundvoraussetzung für die Arbeit aller historisch ausgerichteten Disziplinen“.56

Archiv-Nutzung und Archival Literacy in der Zukunft

Die Nutzung von Archiven verlagert sich zunehmend in den digitalen Raum.57 Wenn die historischen Wissenschaften das Potential des vorhandenen Archivguts ausschöpfen und quellenkritisch kompetent arbeiten möchten, ist ‚analoge‘ und ‚digitale‘ Archivnutzung aber komplementär zu denken. Es wird dauerhaft Archivgut geben, das nur analog vorliegt oder aufgrund spezifischer Forschungsfragen im Original benutzt werden muss. Archive müssen daher weiter Direktbenutzung in Lesesälen ermöglichen. In welchem zeitlichen Umfang dies geschieht, wird auch von der Nachfrage abhängen. Auf lokaler Ebene wird es – zumindest in Deutschland – auch noch lange Archivgut geben, zu dem nicht einmal die Metadaten online recherchierbar sind. Hierzu Gerben Zaagsma:

„Instead of suggesting digitisation as a miracle cure for supposed problems of accessibility, online cataloguing to make visible what is sometimes misleadingly described as ‚hidden‘ heritage seems an increasingly crucial task that concerns archivists and historians alike.“58

Wie können nun Archiv-Nutzung und Archival Literacy in der Zukunft aussehen? Zugespitzt sind zwei Szenarien denkbar:

Ein dystopischer Ausblick: Forschende arbeiten nur noch aus dem Homeoffice unter Nutzung des Internets. Sie wissen nichts über physische Archive oder halten sie für ein Relikt aus der Vergangenheit. Sie suchen per ChatGPT (oder ähnlich ungeeigneten KI-Tools) nach digitalisierten Quellen. Dazu nutzen sie Stichworte, bevorzugt die Namen von Personen oder Orten. Sie realisieren nicht, dass es historische Quellen zu ihrem Forschungsthema gibt, zu denen sie keinen Hinweis im Internet finden (können). Sie realisieren nicht, dass es digitalisierte historische Quellen im Internet gibt, die sie nicht finden, da sie nicht im Volltext durchsuchbar sind. Sie nutzen OCR-/HTR-Tools und verlassen sich auf die Ergebnisse, da sie selbst keine Fraktur- oder Handschriften lesen können. Sie realisieren nicht, dass die von ihnen gefundenen Quellen nur ein zufälliger, vermutlich kleiner Ausschnitt aus dem relevanten Quellenmaterial sind. Sie sind nicht geübt in Methoden der Quellenkritik und interpretieren die gefundenen Quellen unzureichend oder falsch.

Ein utopischer Ausblick: Forschende arbeiten überwiegend aus dem Homeoffice unter Nutzung des Internets. Sie wissen von der Existenz physischer Archive und nutzen die archivübergreifenden Online-Angebote und KI-Tools zur Ermittlung von Archiven, die für ihr Forschungsthema relevant sein könnten. Sie recherchieren in den nach den FAIR-Prinzipien gestalteten Online-Angeboten dieser Archive (Metadaten und Digitalisaten), können die Daten über API frei nutzen und kontaktieren ergänzend die Archive mit der Frage nach weiterführenden Hinweisen. Ihnen ist bewusst, dass es historische Quellen zu ihrem Forschungsthema geben kann, zu denen sie keinen Hinweis im Internet finden (können). Ihnen ist bewusst, dass es digitalisierte historische Quellen im Internet geben kann, die nicht durch eine Volltext-, sondern nur durch eine systematische Suche gefunden werden können. Sie nutzen im Bedarfsfall OCR-/HRT-Tools und sind dank eigener Lesefähigkeit in der Lage, die Ergebnisse zu überprüfen. Sie verschaffen sich einen Überblick über die Quellenlage und wählen die dann genutzten Quellen methodisch überlegt und nachvollziehbar aus. Ergänzend zu den Online-Recherchen bestellen sie sich Kopien von Archivalien beim Archiv oder besuchen das Archiv zur Einsichtnahme in die Quellen im Lesesaal. Sie sind geübt in Methoden der Quellenkritik und interpretieren die gefundenen Quellen methodisch sauber.

Beziehung zwischen Archiven, Hochschulen und Studierenden

Es ist naheliegend, dass eine kompetente Vertrautheit mit Archivgut und Archiven am besten in Zusammenarbeit zwischen Hochschulen und Archiven vermittelt werden kann. Es gibt positive Beispiele für kontinuierliche Kooperationen und für einzelne Aktivitäten, die „das Beste aus zwei Welten“ zusammenführen.59 Beispielhaft können die Angebote des Landesarchivs Nordrhein-Westfalen und die Zusammenarbeit von mehreren Archiven mit der Universität Münster genannt werden.60 Wenn Hochschulen und Archive im Interesse des wissenschaftlichen Nachwuchses künftig noch mehr kooperieren und gemeinsam wie arbeitsteilig neben den Historischen Grundwissenschaften auch Archival Literacy vermitteln, kann die Utopie einer kompetenten Vertrautheit mit Archiven auch in den Digital Humanities Realität werden. Dies sollte auch mit Blick auf die jüngsten Entwicklungen in den technischen Möglichkeiten (Künstliche Intelligenz) unser gemeinsames Ziel sein.61

Bibliographie

  1. Aigner, Thomas. „MOnasteriuM – Die mittelalterlichen Urkunden der Klöster des Landes Niederösterreich (A) im Internet (www.mom.archiv.net).“ Archivpflege in Westfalen-Lippe 58 (2003): 43–44. https://www.lwl.org/waa-download/archivpflege/heft58/seite043_044_aigner_thomas.pdf.
  2. Archive in NRW. „‚Der Reiz des Archivs‘ – Methodenworkshop für Studierende und Promovierende.“ Aufgerufen am 22. Juni 2025. https://www.archive.nrw.de/landesarchiv-nrw/landesarchiv-nrw-abteilung-westfalen/der-reiz-des-archivs-methodenworkshop-fuer.
  3. Archive in NRW. „Studium.“ Aufgerufen am 22. Juni 2025. https://www.archive.nrw.de/landesarchiv-nrw/geschichte-erfahren/studium.
  4. Archive in NRW. „Über das Archivportal.“ Aufgerufen am 28. September 2024. https://www.archive.nrw.de/ueber-das-archivportal.
  5. Archivschule Marburg. „KI im Archiv – Steht uns eine Revolution bevor?.“ 29. Archivwissenschaftliches Kolloquium, Archivschule Marburg. Zuletzt geändert 13. Juni 2025, aufgerufen am 22. Juni 2025. https://www.archivschule.de/veranstaltungen/kolloquium/kolloqium.
  6. Archivschule Marburg. „Bibliographie zum Archivwesen.“ Aufgerufen am 29. September 2024. https://hds.hebis.de/asmr/index.php.
  7. Archivschule Marburg. „Pilotprojekt: Digitalisierung von archivalischen Quellen. “ Aufgerufen am 17. Oktober 2025. https://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/120/56749/DFG-Projekt_Digitalisierung_Flyer.pdf.
  8. Archivschule Marburg. „Überblick der bisher geförderten Retrokonversionsprojekte.“ Retrokonversion. Zuletzt geändert 18. März 2014, aufgerufen am 28. September 2024. https://web.archive.org/web/20250713081402/https://www.archivschule.de/DE/forschung/retrokonversion/ergebnisse.html.
  9. Bischoff, Frank M. und Bettina Joergens. „Archive.“ In Clio Guide – Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, herausgegeben von Silvia Daniel, Wilfried Enderle, Rüdiger Hohls, Thomas Meyer, Jens Prellwitz, Claudia Prinz, Annette Schuhmann und Silke Schwandt, 3., erw. und aktualisierte Aufl., Berlin: Clio online und Humboldt-Universität zu Berlin, 2023–2024. https://doi.org/10.60693/zch2-fy05.
  10. Bundesarchiv. „Digitalisierte Bestände.“ Aufgerufen am 29. September 2024. https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/digitalisierte-bestaende/.
  11. Ceynowa, Klaus. „#4 Die Bayerische Staatsbibliothek im Google Books Project.“ The Keyword Deutschland (Blog), 5. Mai 2021, aufgerufen am 13. Oktober 2024. https://blog.google/intl/de-de/unternehmen/inside-google/bayerische-staatsbibliothek-google-books/.
  12. Dekker, Cornelis. „L’Archivistique néerlandaise et la généalogie.“ Archives and Genealogical Sciences. Archivum 37 (1992): 165–72.
  13. DIMAG – Digitales Magazin. „Öffentliche Software und Information.“ Aufgerufen am 3. Oktober 2024, https://dimag-wiki.la-bw.de/public.
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  15. Ebeling, Hans-Heinrich und Manfred Thaller, Hg. Digitale Archive. Die Erschließung und Digitalisierung des Stadtarchivs Duderstadt. Göttingen: Max-Planck-Insitut für Geschichte, 1999.
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  17. Graf, Klaus. „Die wichtigsten Findbuchdatenbanken in Deutschland – Gesamtübersicht.“ Archivalia (Blog), 17. Juli 2011. https://doi.org/10.58079/bnua.
  18. Graf, Klaus. „Welche deutschen Staatsarchive erlauben noch nicht das Fotografieren durch Benutzer?“ Archivalia (Blog), 1. Mai 2018. https://doi.org/10.58079/c7gu.
  19. Glauert, Mario. „Archivbenutzung im Digitalen Zeitalter.“ Brandenburgische Archive 33 (2016): 3–9.
  20. Haber, Peter. „Was heißt und zu welchem Ende benutzt man ein Archivportal?“ arbido, Nr. 1 (23. Februar 2012): 7–8. https://www.hist.net/wp-content/uploads/2012/06/arbido2012-1.pdf.
  21. Hodel, Tobias Mathias. „Large Language Models, oder weshalb wir künstliche Intelligenz im Archiv finden sollten.“ In Smart und intelligent – Digitale Unterstützung für die Arbeit im Archiv . Vorträge des 82. Südwestdeutschen Archivtags am 22. und 23. Juni 2023. 77–84. Ostfildern: Jan Thorbecke Verlag, 2024.
  22. Junkers, Günter. „Das niederländische WieWasWie besteht seit 10 Jahren.“ CompGen. 19. September 2022, aufgerufen am 29. September 2024. https://www.compgen.de/2022/09/das-niederlaendische-wiewaswie-nl-besteht-seit-10-jahren/.
  23. Junkers, Günter. „Newsletter 2004/11,“ CompGen. 1. November 2004, aufgerufen am 29. September 2024. https://www.compgen.de/2004/11/newsletter-2004-11/
  24. Junkers, Günter. „Newsletter 2005/09.“ CompGen. 1. September 2005, aufgerufen am 29. September 2024. https://www.compgen.de/2005/09/newsletter-2005-09/.
  25. Kluttig, Thekla. „Archivierung elektronischer Unterlagen als Gegenstand der Fortbildung – Erfahrungen und Perspektiven.“ In Berufsbild im Wandel. Aktuelle Herausforderungen für die archivarische Ausbildung und Fortbildung. Beiträge des 9. Archivwissenschaftlichen Kolloquiums der Archivschule Marburg, herausgegeben von Karsten Uhde, 187–96. Marburg 2005.
  26. Kluttig, Thekla. „Ein Mittel gegen ‚Archivangst‘: Online-Angebote für Studierende.“ SAXARCHIV-Blog (Blog), 13. März 2023. https://doi.org/10.58079/tw57.
  27. Kluttig, Thekla. „Künstliche Intelligenz: Auch was für Archive!“ SAXARCHIV-Blog (Blog), 1. März 2023. https://doi.org/10.58079/tw51.
  28. Kluttig, Thekla. „Zur Sache. Erschließung in sächsischen Archiven.“ In Erschließung 2.0: Erwartungen.- Probleme.- Lösungen. Tagungsband zum 23. Sächsischen Archivtag 2019, 20–26. Leipzig: Verband deutscher Archivarinnen und Archivare, Landesverband Sachsen, 2020. https://www.vda.archiv.net/fileadmin/user_upload/Broschuere_23.Saechsischer_Archivtag_web.pdf.
  29. Kluttig, Thekla, Robert Kretzschmar, Karl-Ernst Lupprian, Wilfried Reininghaus, Udo Schäfer, Barbara Schneider-Kempf und Günther Wartenberg. „Die deutschen Archive in der Informationsgesellschaft – Standortbestimmung und Perspektiven.“ Der Archivar 57, Nr. 1 (2004): 28–36. https://www.archive.nrw.de/sites/default/files/media/files/Archivar_2004-1.pdf.
  30. Knoche, Michael. „Zeitungsportal verändert das Arbeiten in der Geschichtswissenschaft.“ Aus der Forschungsbibliothek Krekelborn (Blog), 3. Juni 2024. https://doi.org/10.58079/11rl7.
  31. Landesarchiv BW. „BAM-Portal – Internet-Portal für Bibliotheken Archive Museen.“ Aufgerufen am 28. September 2024. https://www.landesarchiv-bw.de/de/landesarchiv/projekte/projektarchiv/44573.
  32. Landesarchiv BW. „Findbücher mit Digitalisaten.“ Aufgerufen am 29. September 2024. https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/suche/findbuecher_mit_digitalisaten.php.
  33. Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Hg. Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen 2023. Düsseldorf: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, 2024. https://www.archive.nrw.de/sites/default/files/media/files/LAV_Jahresbericht_2023_www.pdf.
  34. Langewand, Knut. Archival Literacy und archivische Öffentlichkeitsarbeit an Universitäten – Transferarbeit des 50. wissenschaftlichen Lehrgangs an der Archivschule Marburg. E-Papers der Archivschule Marburg – Hochschule für Archivwissenschaft, Bd. 4. Marburg: Archivschule Marburg, 2019. https://doi.org/10.17192/es2020.0011.
  35. Langner, Andrea. Bereitstellung von Informationen im Virtuellen Lesesaal – Beratung, Datensicherheit, Authentizität und Integrität – Transferarbeit des 56. wissenschaftlichen Lehrgangs an der Archivschule Marburg. E-Papers der Archivschule Marburg – Hochschule für Archivwissenschaft, Bd. 4. Marburg: Archivschule Marburg, 2024. https://archiv.ub.uni-marburg.de/es/2025/0040/pdf/epa-26.pdf.
  36. LWL-Archivamt für Westfalen. „DiPS.kommunal.“ Aufgerufen am 3. Oktober 2024. https://www.lwl-archivamt.de/de/elektronische-langzeitarchivierung/dipskommunal/.
  37. Naumann, Kai und Timo Holste. „Bericht zur 4Memory Summer School: Das Beste aus zwei Welten. Digitale Methoden und Use Cases in Archivwesen und Digital History.“ NFDI 4Memory, 25. Oktober 2024, aufgerufen am 27. Oktober 2024. https://web.archive.org/web/20250419060811/https://4memory.de/2024/10/25/erste-4memory-summer-school/.
  38. nestor. „Projektgeschichte.“ Aufgerufen am 01. August 2025. https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/DE/nestor/Ueber_uns/projektartikel.html.
  39. Nolte, Burkhard. „Elektronisches Staatsarchiv feierlich eröffnet.“ Sächsisches Archivblatt (2013): 2f. Aufgerufen am 29. September 2024. https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/18691.
  40. Ott, Margret. „Kirchenbücher und Standesamtunterlagen in Polen online!“ Blog des Pommerschen Greifs e. V. (Blog), 5. März 2013, aufgerufen am 29. September 2024. https://www.pommerscher-greif.de/kirchenbuecher-online/.
  41. Portal Kanton St. Gallen, „06. Tagung, 5.–6. März 2002, Dresden.“ Arbeitskreis AUdS. Aufgerufen am 29. September 2024. https://www.sg.ch/kultur/staatsarchiv/Spezialthemen-/auds/2002.html.
  42. Portal Kanton St. Gallen. „27. Tagung am 05. und 06. März 2024, Zürich.“ Arbeitskreis AUdS. Aufgerufen am 3. Oktober 2024. https://www.sg.ch/kultur/staatsarchiv/Spezialthemen-/auds/2024.html.
  43. Portal Kanton St. Gallen. „Arbeitskreis AUdS.“ Aufgerufen am 29. September 2024. https://www.sg.ch/kultur/staatsarchiv/Spezialthemen-/auds.html.
  44. Putnam, Lara. „The Transnational and the Text-Searchable: Digitized Sources and the Shadows They Cast.“ The American Historical Review 121, Nr. 2 (April 2016): 377–402. Aufgerufen am 29. September 2024. http://www.jstor.org/stable/43955768.
  45. Rathje, Ulf. „Archivierung von DDR-Daten im Bundesarchiv: ein Rückblick auf zehn Jahre.“ Historical Social Research 28 (2003): 57-72. https://doi.org/10.12759/hsr.28.2003.1/2.57-72.
  46. Riek, Ilona, Markus Wegewitz, Christine Gundermann und Bernhard Liemann. „Clio-Guide: Niederlande, Belgien und Luxemburg.“ In Clio Guide – Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, herausgegeben von Silvia Daniel, Wilfried Enderle, Rüdiger Hohls, Thomas Meyer, Jens Prellwitz, Claudia Prinz, Annette Schuhmann und Silke Schwandt (Berlin: 2023–2024). https://doi.org/10.60693/rdt3-hw83.
  47. Sächsisches Staatsarchiv. „Archivgut online.“ Aufgerufen am 29. September 2024. https://www.archiv.sachsen.de/archivgut-online-8409.html.
  48. Sächsisches Staatsarchiv. „Statistiken.“ Aufgerufen am 03. Oktober 2024, https://www.staatsarchiv.sachsen.de/statistiken-6407.html.
  49. Schlotheuber, Eva und Frank Bösch. „Quellenkritik im digitalen Zeitalter: Die Historischen Grundwissenschaften als zentrale Kompetenz der Geschichtswissenschaft und benachbarter Fächer.“ H-Soz-Kult, 16. November 2015, aufgerufen am 26. September 2024. www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-2866.
  50. Society of American Archivists. Guidelines for Primary Source Literacy. Juni 2018. https://www2.archivists.org/sites/all/files/GuidelinesFor​PrimarySourceLiteracy-June2018.pdf.
  51. Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz. „Digitalisierung des VD 16-relevanten Bestandes der Staatsbibliothek zu Berlin - VD16 digital -.“ Projekte. Aufgerufen am 13. Oktober 2024. https://staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/abteilungen/handschriften-und-historische-drucke/sammlungen/historische-drucke-ab-1501/projekte/vd-16-digital.
  52. Stadtarchiv Duderstadt. „Startseite.“ Aufgerufen am 29. September 2024. http://stadtarchiv-duderstadt.gbv.de/dud.htm.
  53. Stumpf, Marcus. „Digitalisierungsstrategien in Deutschland – Versuch einer Bestandsaufnahme.“ archivamtblog (Blog), 8. Mai 2014. https://doi.org/10.58079/cizg.
  54. Theimer, Kate. „Partizipation als Zukunft der Archive.“ Archivar 71, Nr. 1 (Februar 2018): 6–12, https://archive20.hypotheses.org/files/2018/03/Aufsatz-Theimer.pdf.
  55. Trinks, Sophia. „Archival Literacy – Welche archivischen Informationskompetenzen brauchen Historiker*innen für die wissenschaftliche Forschung im Archiv?“ Masterarbeit, Fachhochschule Potsdam, 2023. https://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/frontdoor/index/index/docId/3105.
  56. Weber, Hartmut. „Digitale Repertorien, virtueller Lesesaal und Praktikum im WWW – neue Dienstleistungsangebote der Archive an die Forschung.“ Fundus–Forum für Geschichte und ihre Quellen 4 (1999): 197–213. http://webdoc.sub.gwdg.de/edoc/p/fundus/4/weber.pdf.
  57. Weiner, Sharon A., Sammie Morris und Lawrence J. Mykytiuk. „Archival Literacy Competencies for Undergraduate History Majors.“ The American Archivist 78 (2015): 154–80. https://doi.org/10.17723/0360-9081.78.1.154.
  58. Wettmann, Andrea. „Die Archive und der ‚Digital Turn‘. Eine Standortbestimmung.“ In Kooperative Informationsinfrastrukturen als Chance und Herausforderung , herausgegeben von Achim Bonte und Juliane Rehnolt, 361–71. Berlin, Boston: De Gruyter Saur, 2018. https://doi.org/10.1515/9783110587524-038.
  59. Wettmann, Andrea. „Jahresbericht Sächsisches Staatsarchiv 2018.“ Sächsisches Archivblatt, Nr. 1 (2019): 1.
  60. Zaagsma, Gerben. „Digital History and the Politics of Digitization.“ Digital Scholarship in the Humanities 38, Nr. 1 (Juni 2023): 830–51. https://doi.org/10.1093/llc/fqac050.
  61. Zaagsma, Gerben. „Between online and offline: Doing archival research in the digital age.“ Archiv. Theorie & Praxis, Nr. 1 (2024): 16–18. https://www.archive.nrw.de/sites/default/files/media/files/Archiv-theorie-praxis1-2024-Internet.pdf.

Anmerkungen

  1. 1 Andreas Fickers, „Digitale Geschichtswissenschaft – quo vadis?,“ Verband der Historiker und Historikerinnen Deutschlands, Online-Vortrag am 18.04.2024, Video, aufgerufen am 13. Oktober 2024, https://www.historikerverband.de/aktuelles/meldungen/digitale-geschichtswissenschaft-quo-vadis/.
  2. 2 Thekla Kluttig et al., „Die deutschen Archive in der Informationsgesellschaft – Standortbestimmung und Perspektiven,“ Der Archivar 57, Nr. 1 (2004): 28–36, hier 34 und 36, https://www.archive.nrw.de/sites/default/files/media/files/Archivar_2004-1.pdf.
  3. 3 Knut Langewand, Archival Literacy und archivische Öffentlichkeitsarbeit an Universitäten – Transferarbeit des 50. wissenschaftlichen Lehrgangs an der Archivschule Marburg (Marburg: Archivschule Marburg, 2019), https://doi.org/10.17192/es2020.0011.
  4. 4 Ebenfalls nicht behandelt werden u. a. Prozesse der internen digitalen Transformation und die Themen Forschungsdaten und Normdaten. Überblicke bieten auch Frank M. Bischoff und Bettina Joergens, "Archive", in: Clio Guide – Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, hg. von Silvia Daniel et al. (Berlin: Clio-online und Humboldt-Universität zu Berlin, 3. erw. und aktualisierte Aufl., 2023–2024), https://doi.org/10.60693/zch2-fy05, sowie Andrea Wettmann, „Die Archive und der ‚Digital Turn‘. Eine Standortbestimmung,“ in Kooperative Informationsinfrastrukturen als Chance und Herausforderung, hg. von Achim Bonte und Juliane Rehnolt (Berlin, Boston: De Gruyter Saur, 2018): 361–71, https://doi.org/10.1515/9783110587524-038.
  5. 5 Bereits in den 1980er Jahren wurde MIDOSA als ‚Mikrocomputergestütztes Informations- und Dokumentationssystem für Archive‘ der staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg entwickelt und 1995 mit der Entwicklung von Midosa95 bei der Archivschule Marburg fortgeführt.
  6. 6 „Überblick der bisher geförderten Retrokonversionsprojekte,“ Retrokonversion, Archivschule Marburg, zuletzt geändert 18. März 2014, aufgerufen am 28. September 2024, https://web.archive.org/web/20250713081402/https://www.archivschule.de/DE/forschung/retrokonversion/ergebnisse.html.
  7. 7 Hartmut Weber, „Digitale Repertorien, virtueller Lesesaal und Praktikum im WWW – neue Dienstleistungsangebote der Archive an die Forschung,“ Fundus–Forum für Geschichte und ihre Quellen 4 (1999): 197–213, hier 212, http://webdoc.sub.gwdg.de/edoc/p/fundus/4/weber.pdf.
  8. 8 Elrun Dolatowski, „ARGUS – die Entwicklung der archivischen Rechercheplattform und Erfahrungen mit ihrer Nutzung,“ Mitteilungen aus dem Bundesarchiv 17 (2009): 15–21. Zum Stand 2011: Klaus Graf, „Die wichtigsten Findbuchdatenbanken in Deutschland – Gesamtübersicht,“ Archivalia (Blog), 17. Juli 2011, https://doi.org/10.58079/bnua. Auf eine Darlegung zugrunde liegender Standards wie EAD (Encoded Archival Description) oder RiC (Records in Context) wird hier verzichtet.
  9. 9 „Über das Archivportal,“ Archive in NRW, aufgerufen am 28. September 2024, https://www.archive.nrw.de/ueber-das-archivportal.
  10. 10 „BAM-Portal – Internet-Portal für Bibliotheken Archive Museen,“ Landesarchiv BW, aufgerufen am 28. September 2024, https://www.landesarchiv-bw.de/de/landesarchiv/projekte/projektarchiv/44573. Nicht näher betrachtet wird die Entwicklung des v. a. von Bibliotheken und Spezialarchiven genutzten Verbundkatalogs Kalliope sowie der Zentralen Datenbank Nachlässe, die 2023 in Kalliope integriert wurde.
  11. 11 Siehe zum Stand um 2012 das arbido-Themenheft zu Fachportalen (Heft 1/2012), u. a. Peter Haber, „Was heißt und zu welchem Ende benutzt man ein Archivportal?,“ arbido, Nr. 1 (23. Februar 2012): 7–8, https://www.hist.net/wp-content/uploads/2012/06/arbido2012-1.pdf.
  12. 12 Interessant hierzu: Gerben Zaagsma, „Digital History and the Politics of Digitization,” Digital Scholarship in the Humanities 38, Nr. 1 (Juni 2023): 830–51, https://doi.org/10.1093/llc/fqac050.
  13. 13 Hans-Heinrich Ebeling und Manfred Thaller, Hg., Digitale Archive. Die Erschließung und Digitalisierung des Stadtarchivs Duderstadt (Göttingen: Max-Planck-Institut für Geschichte, 1999). Eine Projekt-Website ist beim Stadtarchiv Duderstadt weiterhin online: „Startseite,“ Stadtarchiv Duderstadt, aufgerufen am 29. September 2024, http://stadtarchiv-duderstadt.gbv.de/dud.htm.
  14. 14 Um einen Eindruck zu gewinnen, suche man mit dem Stichwort „Digitalisierung“ in der archivischen Fachbibliographie der Archivschule Marburg, siehe „Bibliographie zum Archivwesen,“ Archivschule Marburg, aufgerufen am 29. September 2024, https://hds.hebis.de/asmr/index.php.
  15. 15Einen prägnanten Gesamtüberblick über die Anlage des DFG-Projektes bietet ein auf der Website des Landesarchivs Baden-Württemberg veröffentlichter Flyer, "Pilotprojekt: Digitalisierung von archivalischen Quellen," Archivschule Marburg, aufgerufen am 17. Oktober 2025, https://www.landesarchiv-bw.de/sixcms/media.php/120/56749/DFG-Projekt_Digitalisierung_Flyer.pdf
  16. 16 Die Fachliteratur zur Digitalisierung von Archivgut ist mittlerweile Legion. Zum Stand 2014: Marcus Stumpf, „Digitalisierungsstrategien in Deutschland – Versuch einer Bestandsaufnahme,“ archivamtblog (Blog), 8. Mai 2014, aufgerufen am 29. September 2024, https://doi.org/10.58079/cizg.
  17. 17 Andrea Wettmann, „Jahresbericht Sächsisches Staatsarchiv 2018,“ Sächsisches Archivblatt, Nr. 1 (2019): 1.
  18. 18 Bundesarchiv: 54 Millionen (Stand Juni 2023): „Digitalisierte Bestände,“ Bundesarchiv, https://www.bundesarchiv.de/im-archiv-recherchieren/archivgut-recherchieren/digitalisierte-bestaende/; Landesarchiv Baden-Württemberg: 26.7 Millionen: „Findbücher mit Digitalisaten,“ Landesarchiv BW, https://www2.landesarchiv-bw.de/ofs21/suche/findbuecher_mit_digitalisaten.php; Zahl zu Sachsen: „Archivgut online,“ Sächsisches Staatsarchiv, https://www.archiv.sachsen.de/archivgut-online-8409.html; jeweils aufgerufen am 22. Juni 2025. In den Digital Humanities gibt es kritische Stimmen, die in der Auswahl der Bestände für die Digitalisierung Gefahren der Kanonisierung und der Verstärkung eines Bias sehen, siehe hierzu z. B. Zaagsma, „Digital History and the Politics of Digitization.“ Die Diskussion dazu kann an dieser Stelle nicht geführt werden.
  19. 19 Genauere Angaben bei Klaus Graf, „Welche deutschen Staatsarchive erlauben noch nicht das Fotografieren durch Benutzer?,“ Archivalia (Blog), 1. Mai 2018, https://doi.org/10.58079/c7gu.
  20. 20 Siehe den Bericht im Newsletter des Vereins für Computergenealogie: Günter Junkers, „Newsletter 2005/09,“ CompGen, 1. September 2005, aufgerufen am 29. September 2024, https://www.compgen.de/2005/09/newsletter-2005-09/.
  21. 21 Siehe Margret Ott, „Kirchenbücher und Standesamtunterlagen in Polen online!,“ Blog des Pommerschen Greifs e. V. (Blog), 5. März 2013, aufgerufen am 29. September 2024, https://www.pommerscher-greif.de/kirchenbuecher-online/.
  22. 22 Cornelis Dekker, „L’Archivistique néerlandaise et la généalogie,“ Archives and Genealogical Sciences. Archivum 37 (1992): 165–72, hier 166.
  23. 23 Siehe u. a. Günter Junkers, „Das niederländische WieWasWie besteht seit 10 Jahren,“ CompGen, 19. September 2022, https://www.compgen.de/2022/09/das-niederlaendische-wiewaswie-nl-besteht-seit-10-jahren/; auf diesen Aspekt wird hier nicht eingegangen: Ilona Riek et al., „Clio-Guide: Niederlande, Belgien und Luxemburg,“ in Clio Guide – Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, hg. Silvia Daniel et al. (Berlin: 2023–2024), https://doi.org/10.60693/rdt3-hw83; eine gute Möglichkeit, die Entwicklungen zu rekonstruieren, sind die (i.d.R. monatlichen) Newsletter des Vereins für Computergenealogie e.V., z. B. Günter Junkers, „Newsletter 2004/11,“ CompGen, 1. November 2004, https://www.compgen.de/2004/11/newsletter-2004-11/; jeweils aufgerufen am 29. September 2024.
  24. 24 Ulf Rathje, „Archivierung von DDR-Daten im Bundesarchiv: ein Rückblick auf zehn Jahre,“ Historical Social Research 28 (2003), 57–72, https://doi.org/10.12759/hsr.28.2003.1/2.57-72.
  25. 25 Umfangreiche Materialien zu den Jahrestagungen sind online zugänglich: „Arbeitskreis AUdS,“ Portal Kanton St. Gallen, aufgerufen am 29. September 2024, https://www.sg.ch/kultur/staatsarchiv/Spezialthemen-/auds.html.
  26. 26 „06. Tagung, 5.–6. März 2002, Dresden,“ Arbeitskreis AUdS, Portal Kanton St. Gallen, aufgerufen am 29. September 2024, https://www.sg.ch/kultur/staatsarchiv/Spezialthemen-/auds/2002.html.
  27. 27 Thekla Kluttig, „Archivierung elektronischer Unterlagen als Gegenstand der Fortbildung – Erfahrungen und Perspektiven,“ In Berufsbild im Wandel. Aktuelle Herausforderungen für die archivarische Ausbildung und Fortbildung. Beiträge des 9. Archivwissenschaftlichen Kolloquiums der Archivschule Marburg, hg. von Karsten Uhde, Marburg: 2005, 187–96.
  28. 28 Zur Projektgeschichte: „Projektgeschichte,“ nestor, aufgerufen am 01. August 2025, https://www.langzeitarchivierung.de/Webs/nestor/DE/nestor/Ueber_uns/projektartikel.html.
  29. 29 Burkhard Nolte, „Elektronisches Staatsarchiv feierlich eröffnet,“ Sächsisches Archivblatt Nr. 1 (2013): 2f., aufgerufen am 29. September 2024, https://publikationen.sachsen.de/bdb/artikel/18691.
  30. 30 Information im DIMAG-Wiki: „Öffentliche Software und Information,“ DIMAG – Digitales Magazin, aufgerufen am 3. Oktober 2024, https://dimag-wiki.la-bw.de/public/.
  31. 31 Siehe u. a. „DiPS.kommunal,“ LWL-Archivamt für Westfalen, https://www.lwl-archivamt.de/de/elektronische-langzeitarchivierung/dipskommunal/ und die Hinweise zur Nutzung in der Präsentation von Kristina Ruppel auf der 27. AudS-Tagung im März 2024: „27. Tagung am 05. und 06. März 2024, Zürich,“ Arbeitskreis AUdS, Portal Kanton St. Gallen, https://www.sg.ch/kultur/staatsarchiv/Spezialthemen-/auds/2024.html; jeweils aufgerufen am 3. Oktober 2024.
  32. 32 Parallel dazu hat sich eine breite archivische Fachdiskussion zu elektronischen Unterlagen, ihrer Bewertung, Speicherung und Nutzung entwickelt. Das inhaltliche Spektrum reicht von elektronischen Akten, Fotos und Filmen bis hin zu Daten aus Fachverfahren, z. B. aus Geoinformationssystemen. Im Folgenden wird der Fokus aber nicht auf die Nutzung dieser Archivaliengattungen gerichtet, sondern auf Effekte der digitalen Transformation auf die Benutzung von Archiven und Archivgut allgemein. Letzteres ist weit überwiegend noch analog entstanden.
  33. 33 Sharon A. Weiner et al., „Archival Literacy Competencies for Undergraduate History Majors,“ The American Archivist 78 (2015): 154–80, https://doi.org/10.17723/0360-9081.78.1.154. In einem siebten Bereich geht es um „Advanced skills (not required for undergraduate history majors)“ (Kompetenzen 35–51). 2018 erschienen die weiter gefassten Guidelines for Primary Source Literacy, die von der Society of American Archivists in Verbindung mit der American Library Association entwickelt wurden. Sie beziehen sich auf Primärquellen auch jenseits der archivischen und werden im Folgenden nicht weiter betrachtet: Society of American Archivists, Guidelines for Primary Source Literacy, Juni 2018, https://www2.archivists.org/sites/all/files/GuidelinesForPrimarySourceLiteracy-June2018.pdf.
  34. 34 Ausführlicher dazu Knut Langewand, Archival Literacy, 11f. Im Folgenden werden die Kompetenzen in seiner Übersetzung wiedergegeben. Sophia Trinks setzt sich in ihrer 2024 veröffentlichten Masterarbeit intensiv mit den Konzepten Archival Literacy und Primary Source Literacy auseinander und beurteilt die archivische Informationskompetenz heutiger Geschichtsstudierender aufgrund der Modulhandbücher der zehn beliebtesten Universitäten Deutschlands für das Geschichtsstudium: Sophia Trinks, „Archival Literacy – Welche archivischen Informationskompetenzen brauchen Historiker*innen für die wissenschaftliche Forschung im Archiv?“ (Masterarbeit, Fachhochschule Potsdam, 2023), https://opus4.kobv.de/opus4-fhpotsdam/frontdoor/index/index/docId/3105.
  35. 35 Die folgende Darstellung beruht vor allem auf Beobachtungen aus dem Sächsischen Staatsarchiv, speziell der von der Verf. geleiteten Abteilung Staatsarchiv Leipzig, sowie zahlreichen Gesprächen mit Archivar*innen aus kommunalen und Landesarchiven. Anders als für Bibliotheken gibt es für Archive kaum Nutzendenforschung. Die Beobachtungen sind insofern nicht wissenschaftlich fundiert, sondern stammen aus der archivischen Praxis.
  36. 36 Auf die Benutzungsformen „schriftliche Auskünfte“ und „Bestellung und Zusendung von Kopien“ wird hier nicht eingegangen.
  37. 37 Knut Langewand, Archival Literacy, 27.
  38. 38 Jahresstatistik 2021 bis 2023 auf der Website des Sächsischen Staatsarchivs: „Statistiken,“ Sächsisches Staatsarchiv, aufgerufen am 3. Oktober 2024, https://www.staatsarchiv.sachsen.de/statistiken-6407.html.
  39. 39 Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, Hg., Das Landesarchiv Nordrhein-Westfalen 2023 (Düsseldorf: Landesarchiv Nordrhein-Westfalen, 2024), hier 57, https://www.archive.nrw.de/sites/default/files/media/files/LAV_Jahresbericht_2023_www.pdf.
  40. 40 Mario Glauert, „Archivbenutzung im Digitalen Zeitalter,“ Brandenburgische Archive 33 (2016): 3–9, hier 5.
  41. 41 Thekla Kluttig, „Zur Sache. Erschließung in sächsischen Archiven,“ in Erschließung 2.0: Erwartungen.- Probleme.- Lösungen. Tagungsband zum 23. Sächsischen Archivtag 2019 (Leipzig: Verband deutscher Archivarinnen und Archivare, Landesverband Sachsen, 2020): 20–26, https://www.vda.archiv.net/fileadmin/user_upload/Broschuere_23.Saechsischer_Archivtag_web.pdf. Viele dieser Archive sind Ein-Personen-Archive oder nur in Teilzeit besetzt.
  42. 42 Knut Langewand, Archival Literacy, 26.
  43. 43 Knut Langewand, Archival Literacy, 26.
  44. 44 Thomas Aigner, „MOnasteriuM – Die mittelalterlichen Urkunden der Klöster des Landes Niederösterreich (A) im Internet (www.mom.archiv.net),“ Archivpflege in Westfalen-Lippe 58 (2003): 43–44, https://www.lwl.org/waa-download/archivpflege/heft58/seite043_044_aigner_thomas.pdf.
  45. 45 Siehe dazu u. a. Klaus Ceynowa, „#4 Die Bayerische Staatsbibliothek im Google Books Project,“ The Keyword Deutschland (Blog), 5. Mai 2021, aufgerufen am 13. Oktober 2024, https://blog.google/intl/de-de/unternehmen/inside-google/bayerische-staatsbibliothek-google-books/.
  46. 46 Siehe dazu u. a. „Digitalisierung des VD 16-relevanten Bestandes der Staatsbibliothek zu Berlin - VD16 digital -,“ Projekte, Staatsbibliothek zu Berlin Preußischer Kulturbesitz, aufgerufen am 13. Oktober 2024, https://staatsbibliothek-berlin.de/die-staatsbibliothek/abteilungen/handschriften-und-historische-drucke/sammlungen/historische-drucke-ab-1501/projekte/vd-16-digital.
  47. 47 Zur Vorgeschichte siehe Michael Knoche, „Zeitungsportal verändert das Arbeiten in der Geschichtswissenschaft,“ Aus der Forschungsbibliothek Krekelborn (Blog), 3. Juni 2024, https://doi.org/10.58079/11rl7.
  48. 48 Kate Theimer, „Partizipation als Zukunft der Archive,“ Archivar 71, Nr. 1 (Februar 2018): 6–12, https://archive20.hypotheses.org/files/2018/03/Aufsatz-Theimer.pdf. Ihren Vortrag „The Future of Archives is Participatory: Archives as Platform, or A New Mission for Archives“ auf der Tagung Offene Archive 2014 hatte sie im englischen Original in ihrem Blog, ArchivesNext veröffentlicht, den sie 2019 vom Netz nahm. Dieser Aufsatz gehört zu den wenigen aus dem englischsprachigen Raum, die im deutschen Archivwesen breiter rezipiert wurden.
  49. 49 Dazu eindrücklich Lara Putnam, „The Transnational and the Text-Searchable: Digitized Sources and the Shadows They Cast,“ The American Historical Review 121, Nr. 2 (April 2016): 377–402, http://www.jstor.org/stable/43955768.
  50. 50 Andrea Langner, Bereitstellung von Informationen im Virtuellen Lesesaal – Beratung, Datensicherheit, Authentizität und Integrität – Transferarbeit des 56. wissenschaftlichen Lehrgangs an der Archivschule Marburg (Marburg: Archivschule Marburg, 2024): 4, https://archiv.ub.uni-marburg.de/es/2025/0040/pdf/epa-26.pdf.
  51. 51 Knut Langewand, Archival Literacy, 26.
  52. 52 Knut Langewand, Archival Literacy, 27.
  53. 53 Knut Langewand, Archival Literacy, 28.
  54. 54 Dazu u. a. Thekla Kluttig, „Künstliche Intelligenz: Auch was für Archive!“ SAXARCHIV-Blog (Blog), 1. März 2023, https://doi.org/10.58079/tw51.
  55. 55 Tobias Mathias Hodel, „Large Language Models, oder weshalb wir künstliche Intelligenz im Archiv finden sollten,“ in Smart und intelligent – Digitale Unterstützung für die Arbeit im Archiv. Vorträge des 82. Südwestdeutschen Archivtags am 22. und 23. Juni 2023 (Ostfildern: Jan Thorbecke Verlag, 2024), 77–84.
  56. 56 Eva Schlotheuber und Frank Bösch, „Quellenkritik im digitalen Zeitalter: Die Historischen Grundwissenschaften als zentrale Kompetenz der Geschichtswissenschaft und benachbarter Fächer,“ H-Soz-Kult, 16. November 2015, aufgerufen am 26. September 2024, www.hsozkult.de/debate/id/diskussionen-2866.
  57. 57 Wie oben beschrieben sollen künftig ‚virtuelle Lesesäle‘ mit gesicherten Zugängen auch die Online-Nutzung von Archivgut ermöglichen, das noch einer Schutzfrist unterliegt.
  58. 58 Gerben Zaagsma, „Between online and offline: Doing archival research in the digital age,“ Archiv. Theorie & Praxis, Nr. 1 (2024): 16–18, hier 18, https://www.archive.nrw.de/sites/default/files/media/files/Archiv-theorie-praxis1-2024-Internet.pdf.
  59. 59 Siehe Kai Naumann und Timo Holste, „Bericht zur 4Memory Summer School: Das Beste aus zwei Welten. Digitale Methoden und Use Cases in Archivwesen und Digital History,“ NFDI 4Memory, 25. Oktober 2024, aufgerufen am 27. Oktober 2024, https://web.archive.org/web/20250419060811/https://4memory.de/2024/10/25/erste-4memory-summer-school/.
  60. 60 Siehe „Studium,“ Archive in NRW, https://www.archive.nrw.de/landesarchiv-nrw/geschichte-erfahren/studium und „‚Der Reiz des Archivs‘ – Methodenworkshop für Studierende und Promovierende,“ Archive in NRW, https://www.archive.nrw.de/landesarchiv-nrw/landesarchiv-nrw-abteilung-westfalen/der-reiz-des-archivs-methodenworkshop-fuer; jeweils aufgerufen am 22. Juni 2025. Siehe auch Thekla Kluttig, „Ein Mittel gegen ‚Archivangst‘: Online-Angebote für Studierende,“ SAXARCHIV-Blog (Blog), 13. März 2023, https://doi.org/10.58079/tw57. Die Ergebnisse von Trinks Masterarbeit (Trink, „Archival Literacy“) können hierzu nützliche Hinweise bieten.
  61. 61 Es ist bereits abzusehen, dass die sich rasant weiter entwickelnden KI-Tools sowohl die Arbeit im Archiv wie den Umgang mit digitalen Quellen massiv verändern werden. Im Archivwesen ist die Diskussion darüber im vollen Gange, siehe z. B. die Materialien zum 29. Archivwissenschaftlichen Kolloquium der Archivschule Marburg zu Archivschule Marburg, „KI im Archiv – Steht uns eine Revolution bevor?,“ 29. Archivwissenschaftliches Kolloquium, Archivschule Marburg, zuletzt geändert 13. Juni 2025, aufgerufen dann am 12.10.2025, https://www.archivschule.de/veranstaltungen/kolloquium/kolloqium.

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