Einleitung
Hinführung
An einem schönen Sommertag im Jahre 2022 wandelten drei Digital Humanists am Rande eines Barcamps durch den wunderbaren Park Sanssouci und diskutierten über die Vergangenheit und Zukunft der Digitalen Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum…1 Aus diesen mythischen Anfängen – und kein gutes DH-Projekt kann ohne Gründungsmythos existieren – entwickelte sich im Laufe der nächsten Monate und Jahre zusammen mit der Gewinnung weiterer Mitstreiter*innen ein gemeinsames multimediales und multimodales Publikationsvorhaben, dessen Ergebnis mit diesem Sammelband vorliegt.
Die Grundidee der Publikation ist insbesondere von der Frage geleitet, inwieweit sich die Praxis der Digitalen Geisteswissenschaften oder Digital Humanities im deutschsprachigen Raum durch die unterschiedlichen zeitlichen Kontexte und strukturellen Rahmenbedingungen an verschiedenen Forschungsorten verändert haben.2 Auch wenn digitale Methoden inzwischen ein fester Bestandteil der Geistes- und Kulturwissenschaften sind und oft unter dem Nenner Digital Humanities zunehmend die Curriculargestaltung, Hochschulstruktur oder den Zuschnitt von Fachprofessionen prägen, ist noch wenig ergründet, wie diese Entwicklungen zwischen nationalen und lokalen Kontexten und einer globalen Gemeinschaft der Digital Humanities oszillieren (siehe unten). Daher war es den Herausgeber*innen von Anfang an wichtig, Raum für eine kritische Betrachtung der Ausprägungen der Digital Humanities in sprachlich bzw. regional bedingten Kontexten zu bieten, ohne dabei die internationalen Verwebungen aus dem Auge zu lassen. Ziel war es, so einen Einblick in die Vielstimmigkeit dieser Entwicklungen zu bieten und sowohl Raum für die Betrachtung historischer Entwicklungen als auch Ausblicke in mögliche Zukünfte zu bieten.
Es gibt umfangreiche Literatur zu den Digital Humanities, einem von Anfang an äußerst selbstreflexiven Fach – mehr als an dieser Stelle genannt werden kann. Da im Fokus des vorliegenden Bandes einerseits die Verortung der Digital Humanities zwischen globalen und lokalen Communities steht, andererseits der deutschsprachige Raum als geographische, aber bewusst nicht sprachliche Klammer dient, werden diese Schwerpunkte im Folgenden anhand einer selektiven Literaturübersicht skizziert.3 Diese soll ohne Anspruch auf Vollständigkeit vor allem Lust auf eine vertiefte Beschäftigung mit diesen Aspekten und auf die Beiträge des vorliegenden Bandes wecken.
An erster Stelle müssen in einem Unterfangen dieser Art die grundlegenden Companions to Digital Humanities genannt werden.4 Schreibman et al. (2004) legten den Startpunkt für den weltweiten ‚Siegeszug‘ des Begriffs Digital Humanities. Zuvor (und teilweise noch immer parallel) waren andere Bezeichnungen stärker verbreitet. Beide voluminösen Companions haben den Anspruch einer allgemeinen Einleitung in die Digital Humanities – sozusagen als eine Art Rundumschau – wie aus ihrer Anlage deutlich wird. So enthält der 2004er Companion folgende Abschnitte: History; Principles; Applications; Production, Dissemination, Archiving und der 2016er Companion die Abschnitte: Infrastructures; Analysis; Dissemination; Past, present, future of DH. Eine Stärke der beiden Companions sind jedoch die – exemplarischen – Materialien zur Geschichtsschreibung der digitalen Geisteswissenschaften, die nach Fächern und Fachkulturen sortiert werden. Obwohl beide Companions keinen expliziten geographischen Fokus auf den anglo-amerikanischen Sprachraum haben und als Autor*innen auch Repräsentant*innen außerhalb dieses unmittelbaren Gebietes beteiligt waren bzw. alternative Stimmen und Perspektiven angeschnitten werden, weisen sie z. B. in der Ausführung der Einzelkapitel Tendenzen der Fokussierung auf anglo-amerikanische Perspektiven auf, wie teilweise in der Forschungsliteratur schon früh kritisch angemerkt wird.5 Weitere kritische Stimmen aus dieser Zeit betonen die insgesamt stark westliche Orientierung und prägende Dominanz des Globalen Nordens und den damit verbundenen Monolingualismus.6
Ein wegweisendes Beispiel für die kritische Reflexion globaler DH-Dynamiken bietet der Sammelband Global Debates in the Digital Humanities.7 Diese Sammlung adressiert gezielt die mangelnde Vielfalt von Perspektiven jenseits westlicher und anglophoner Kontexte in den Digital Humanities. Im Fokus des Bandes stehen Arbeiten, die aus sprachlichen, kulturellen oder geopolitischen Gründen unterrepräsentiert sind. Die Herausgebenden präsentieren alternative Geschichtsschreibungen, die den Aufstieg der Digital Humanities im Globalen Süden und anderen ‚unsichtbaren‘ Kontexten dokumentieren und dabei die Implikationen von globalen Digital Humanities ausloten. Des Weiteren muss hier auch das Kapitel „Schism or Renaissance? On the Relationship between Computational Humanities and Digital Humanities“ aus dem Compendium Computational Theology genannt werden, das eine historische Verortung der Beziehung zwischen Computational Humanities und Digital Humanities bietet und die entsprechenden europäischen bzw. kontinentalen und anglo-amerikanischen akademischen Traditionen ins Verhältnis setzt.8 In den begrifflichen Unterschieden spiegeln sich häufig konzeptionelle Abweichungen, was den Einsatz digitaler Verfahren in methodologischer Hinsicht, aber auch in Bezug auf das eigene disziplinäre Selbstverständnis von Geisteswissenschaftler*innen betrifft. In großer Fülle bestehen Publikationen, die sich der langanhaltenden Debatte widmen, ob die Digital Humanities als eigenständige Disziplin, als Forschungsfeld oder anderweitig zu definierender interdisziplinärer Verbund aufzufassen sind.9 In diesem Kontext wird auch das Verhältnis einzelner Bereiche wie z. B. der Digital History zu den breiteren Digital Humanities problematisiert. Antworten changieren zwischen der prominenten Metapher des big tent der DH bis hin zu markanten Unterschieden in Bezug auf epistemische Interessen, Forschungsobjekte, persönliche Projekt- und Karriereziele sowie durchaus auch bezüglich der angewandten Methoden.10
Daneben gibt es eine Anzahl sprachlich, regional, historisch, theoretisch, praktisch-methodisch oder fachlich verorteter Einführungen und Betrachtungen der internationalen Digital Humanities und anverwandter Fächer, wobei die Zuordnung nicht immer leichtfällt. Ein frühes prominentes Beispiel ist das programmatisch visionäre Buch Digital Humanities, das auch typographisch innovativ gestaltet ist.11 Aus dem gleichen Jahr, aber mit einem stärkeren historischen Fokus, sammelt Understanding Digital Humanities Beiträge zu einem computational turn unter besonderer Berücksichtigung des Einflusses von Algorithmen auf die Forschung, wobei gezielt Kontraste in Forschungsansätzen verfolgt werden (Narration vs. Datenbanken, pattern matching vs. Hermeneutik, Statistik vs. data mining).12 Eine breite Perspektive auf unterschiedliche Methoden und Forschungsperspektiven innerhalb der facettenreichen Digital Humanities bietet auch der Band Digital Methods in the Humanities.13
Ein vielfältiges Bild der Digital Humanities zeichnet die von Lauren F. Klein und Matthew K. Gold herausgegebene Reihe Debates in the Digital Humanities, in der bislang seit 2012 eine Reihe unterschiedlich grundlegender Werke erschienen sind. Bereits in einem der frühen Bände wird jedoch auch die Notwendigkeit der multiperspektivischen Betrachtung der Digital Humanities betont.14 In dieser kritischen Tradition steht auch der Sammelband Multilingual Digital Humanities.15 Die darin enthaltenen Beiträge untersuchen die Folgen von monolingualism, besonders in der Form von anglocentrism, auf digitale Praktiken des Fachs. Auch der Sammelband Alternative Historiographies of the Digital Humanities bietet eine ähnlich globale Perspektive, auch gepaart mit innovativen Formaten.16 So ist z. B. ein Beitrag in der Form einer Konversation gehalten, d. h. es handelt sich weder um einen klassischen Artikel noch um ein klassisches Interview, da beide Gesprächspartner*innen ähnlich hohe Redeanteile haben und sich gleichberechtigt gegenseitig Fragen stellen.17 Vollständig auf klassische Interviewformate unter dem Vorzeichen eines Oral History-Ansatzes hingegen setzt Computation and the Humanities: Towards an Oral History of Digital Humanities mit den darin enthaltenen leitfadengestützten Interviews mit Pionier*innen der DH-Community.18
Ein anderer Ansatz, der eher an die Tradition der bereits genannten Companions anschließt, ist The Bloomsbury Handbook to the Digital Humanities.19 Ein Beispiel, das durch seinen innovativen Zugriff der Kuratierung externer Quellen heraussticht, ist das sogenannte Living Book Digital Humanities.20 Stellvertretend für den selbstreflexiven Ansatz soll an dieser Stelle Defining Digital Humanities: A Reader genannt werden, als fachlich verortete Ansätze Technology and the Historian: Transformations in the Digital Age oder Digital Humanities and Laboratories: Perspectives on Knowledge, Infrastructure and Culture.21 Andere Publikationen spüren den Gründungsmythen der Digital Humanities nach, z. B. Roberto Busa, S.J., and the emergence of humanities computing. The Priest and the Punched Cards und die dazu alternierende Perspektive Hidden and Devalued Feminized Labour in the Digital Humanities. On the Index Thomisticus Project 1954–67 oder auch On Making in the Digital Humanities. The scholarship of Digital Humanities Development in Honour of John Bradley.22 Mit The Digital Humanities Coursebook sei ein rezentes allgemeines englischsprachiges Lehrbuch für Einführungsveranstaltungen genannt, darüber hinaus gibt es umfangreiche Literatur als Zugangsmöglichkeit zu praktisch-methodischen Ansätzen sowie aus dem Bereich DH-Pedagogy.23
Als Beispiele für sprachlich verortete Herangehensweisen mögen u. a. die französischen Werke Les Humanités Digitales: Historique et Développements und Les Humanités Numériques: Une Histoire Critique dienen sowie das italienische Digital Humanities Metodi, strumenti, saperi oder das niederländische Digitale Geletterdheid.24 Hier mögen die geneigten Digital Humanists je nach sprachlichem Vermögen selbst weitere Beispiele einfügen.
In den sprachlich orientierten Reigen lässt sich auch das Einführungswerk Digital Humanities: Eine Einführung einreihen.25 Es ist untergliedert in die Abschnitte: Grundlagen; Datenmodellierung; Digitale Objekte; Digitale Methode; Recht und Ethik. Der Sammelband hat zwar keinen expliziten geographischen Fokus, da er jedoch insbesondere für den Einsatz in der Lehre auf Deutsch verfasst ist, sind die Beitragenden mehrheitlich im deutschsprachigen Raum zu verorten, was wiederum einen Einfluss auf die Wahl der besprochenen Projekte und Praktiken hat. Darin enthalten ist auch eine kurze Darstellung der Geschichte der Digital Humanities.26 Darüber hinaus gibt es viele weitere Beispiele aus dem deutschsprachigen Raum; stellvertretend sollen hier das DARIAH-DE Handbuch Digital Humanities genannt werden, übrigens ein früher (und inzwischen momentan offline) Vertreter eines kollaborativen Living Handbook-Ansatzes, das lehr- und infrastrukturbezogene Sammelwerk #DigiCampus: Digitale Forschung und Lehre in den Geisteswissenschaften oder aus dem Kontext der Geschichtswissenschaften Digital History: Konzepte, Methoden und Kritiken Digitaler Geschichtswissenschaft.27 Auch zu den Entwicklungen speziell in den DH in Österreich und in der Schweiz liegen Betrachtungen vor.28 Einen alternativen Einblick in die Geschichte der Digital Humanities im deutschsprachigen Raum bietet des Weiteren auch der Podcast RaDiHum20, z. B. in der Form von Interviews mit allen Organisator*innen von DHd-Jahreskonferenzen (Staffel 6).29
Eine Geschichte der Digital Humanities ist bislang also weder global noch lokal geschrieben; der vorliegende Sammelband hofft, weitere Puzzlestücke zur Chronologie beizutragen sowie Anregungen für die Zukunft zu geben. Das Thema ist momentan auf jeden Fall im Trend.
Die mit dem Sammelband verbundenen Fragen stellen sich jedoch bereits seit über zehn Jahren. Die Digital Humanities sind schwer zu fassen, als „‚Brückenfach‘, ihrem Wesen nach inter- oder transdisziplinär und zugleich viele spezialisiertere Ausprägungen umgreifend.“30 Sie füllen Lücken in Fächern und zwischen diesen. Für Patrick Sahle ist jedoch bereits 2015 klar, dass es sich um ein eigenes Fach mit eigenem Geltungsrecht handele, da ein hierfür 13 Einträge umfassender Kriterienkatalog erfüllt sei: enzyklopädische Einträge, Projekte, Tagungen, Informationsinfrastruktur, Verbände, eine lebendige Community, Kompetenzzentren, Professionalisierung/Professoralisierung, Ausbildungsprogramme, Geschichtsschreibung, Definition(sversuche), Medienberichterstattung und die Aufnahme in Fachsystematiken seien gegeben.31 Auch das – erfolgreiche – Entstehen und die Etablierung einer neuen Disziplin kann so anhand des Computereinsatzes in den Geisteswissenschaften untersucht werden. Mit Blick auf ihre Zukunft müssen jedoch viele Fragen in der Gegenwart offenbleiben, wissenschaftssoziologisch nach Integration oder Spezialisierung, methodisch und technisch nach den Grenzen und Möglichkeiten der Quantifizierung und Berechenbarkeit in den Geisteswissenschaften.32 Die Rolle der sogenannten Kleinen Fächer bei der vorbildlichen Bewältigung dieser Herausforderung ist jedoch nicht zu unterschätzen.33
Unser Sammelband fällt in eine Zeit großer Veränderungen der Geisteswissenschaften, die in zentralen Teilen auch untrennbar mit dem Erfolg digitaler Methoden verbunden sind. Die 10. DHd-Konferenz in Passau fragte 2024 aus gutem Grund „Quo vadis, DHd?“, und die 11. DHd-Konferenz in Bielefeld sollte eine Wissenschaft „Under construction“ adressieren. Die Veränderungen historiographisch einzuordnen, fällt bekannterweise schwer, solange sie ablaufen und man selbst betroffen ist. Es kann jedoch davon ausgegangen werden, dass sich durchaus unabhängige Prozesse vielschichtig überlagern und sich Zusammenhänge im Gleichzeitigen erst in der Rückschau sicher erschließen lassen werden. Eine Meistererzählung bietet sich jedoch zurzeit nicht an: Wirkt unsere Welt politisch und ökonomisch – lokal wie global – durcheinander, ungeordnet und prekär, erleben wir gleichzeitig in rascher Folge technologische Innovation, wobei die Digitalisierung – auch unserer akademischen Kommunikation und unserer Publikationsweisen – und die mit ihr verbundene Remedialisierung – auch unserer Magazine und Archive – die Praktiken der Wissenschaft deutlich geprägt haben.34 Einen globalen wie technischen Einschnitt bedeutete jedenfalls exemplarisch der unerwartete und in allen Lebensbereichen und nicht nur in der Wissenschaft spürbare Erfolg generativer Künstlicher Intelligenz. Konnten ab Anfang 2021 mit DALL-e Bilder künstlich erzeugt werden, folgten Ende 2022 mit ChatGPT Texte. Ein leicht nutzbares Chatbot-Interface erlaubt seither die Erzeugung von Bild und Text per Prompt, indem auf extrem große Datenmengen zurückgegriffen wird. Zu faszinierenden Möglichkeiten und verspielten Träumereien kommen hier handfeste Herausforderungen, von Energieverbrauch über verborgene (Vor-)Arbeiten und Biases in den Trainingsdaten bis hin zu Fragen des Urheberrechts und der entgeltlichen Vergütung. Aus einer transformativen droht eine disruptive Technologie zu werden.35
Dass eine Standortbestimmung in unserer Gegenwart sich nicht nur anbietet, sondern mit Blick auf ganz konkrete Transformationsprozesse der Geisteswissenschaften sogar aufdrängt, ist daher sofort eingängig. Aber auch gesellschaftlicher Wandel zwingt zur Anpassung der Wissenschaft. Festzuhalten, wo man steht, und in den Blick zu nehmen, wo man herkommt, dient in solchen Zeiten immer auch der Orientierung. Herauszufinden, wer wir sind, ist seit Sokrates die Grundlage dafür, zu entwerfen, wer wir sein sollten und dann zu planen, wohin und wie wir uns entwickeln wollen.
Die Fragen, denen wir uns als Digitale Geisteswissenschaftler*innen ausgesetzt sehen und denen wir uns auch aussetzen müssen, sind hierbei vielfältig und vielschichtig, betreffen sie doch Theorie, Praxis und Anthropologie gleichermaßen. So sind wir theoretisch noch immer dabei einzuschätzen, welche epistemischen und ästhetischen Auswirkungen die Nutzung der digitalen Werkzeuge in virtuellen Räumen auf unsere Erkenntnisprozesse, Weltwahrnehmungsgewohnheiten und Gestaltungsmöglichkeiten hat.36 Eine auch medientheoretisch oder technikphilosophisch interessierte Untersuchung kann hier produktiv ansetzen. Es wird deutlich: Wir leben in bewegten Zeiten.
Und genau hier ist eine Standortbestimmung wichtig. Ihr soll dieser Band dienen. Es ist klar, dass die Beiträge exemplarisch sind – als Positionen in einer Zeit des allgemeinen Umbruchs sind sie jedoch als Äußerungen wertvoll, auch mit Blick auf die ordnende Hand einer zukünftigen Historiographie.
Zur Konzeption
Zentral stand für die Konzeption des Sammelbandes die Idee, ‚klassische‘ historiographische oder theoretische Textbeiträge mit auditiven, an Oral History orientierten Formaten und sogenannten Artefaktbiographien zu verbinden und so auch Menschen und Artefakte in den Fokus zu nehmen. Hierdurch werden sozio-technologische Praktiken und Werkzeuge sowie die (manchmal auch verfehlten) Resultate wissenschaftlichen Arbeitens ebenso sichtbarer wie die Wissenschaftler*innen selbst. Als Leitmetapher für den Sammelband bot sich somit das Bild eines Triptychons an: Im Zentrum der Perspektivlinien eines besonderen Raumes steht ein Werk, dessen Inhalte sich erst vollständig offenbaren und zugänglich werden, wenn man es aufklappt. Die Metapher eignet sich zur Verdeutlichung der Offenlegung eingeschränkter Wissensordnungen und zur Erkennung anthropologischer Setzungen: Der Mensch steht im Mittelpunkt und wird von Texten und Artefakten flankiert. Außerdem wird der Sammelband durch die Verbindung der unterschiedlichen Formate selbst zum Publikationsexperiment. Er strebt danach, die Formenvielfalt des geisteswissenschaftlichen Publizierens in einer multimedialen, global vernetzten und multilateralen Welt zu erweitern.
Das Buch ist in drei unterschiedliche, gleichzeitig eng miteinander verschränkte Teilbände unterteilt. In diesen werden Beiträge präsentiert, die sich der Thematik im Sinne eines Triptychons aus unterschiedlichen Perspektiven annähern. Die Kategorie „Be-Forschen“ (Hg. Christopher Nunn und Melanie Seltmann) steht für diskursive Aufsätze und eine Vielfalt der Themen, die Kategorie „In eigenen Worten“ (Hg. Ulrike Wuttke) für Audio-Essays und eine Vielfalt der Stimmen und die Kategorie „Artefaktbiographien“ (Hg. Christian Schröter und Christian Wachter) für Portraits (digitaler) Objekte und eine Vielfalt der Medialität.37
Die Mehrheit der Beiträge des Sammelbandes, d. h. die Beiträge in den Teilbänden „Be-Forschen“ und „Artefaktbiographien“, kamen mittels eines offenen Call for Abstracts im April 2024 zusammen und wurden durch die Teilbandherausgeber*innen in Abstimmung mit dem gesamten Team der Herausgebenden ausgewählt.38 Parallel dazu erfolgte die Entwicklung der Kategorie „In eigenen Worten“ (Audio-Essays) u. a. durch einen Workshop. Die Fokussierung der Beiträge dieser Kategorie wurde durch die beiden Hauptbeiträgerinnen (U. Wuttke und A. Baillot) entwickelt und mit dem gesamten Herausgeber*innen-Team abgestimmt.
Das Begutachtungsverfahren zur Qualitätssicherung der eingereichten Beiträge für die Kategorien „Be-Forschen“ und „Artefaktbiographien“ folgte dem klassischen bekannten Single-Blind-Peer-Review-Verfahren anhand eigens verfasster Review-Kriterien.
Für die Begutachtung der Kategorie „In eigenen Worten“ wurde ein experimenteller Weg eingeschlagen, weil noch kein etablierter Review-Prozess für auditive Formate und Begleitmaterialien wie Shownotes oder Transkriptionen existiert. Es wurde eine angepasste Form des Herausgeber*innenreviews entwickelt, die sowohl das eigentliche Audio-Essay als auch die begleitenden Materialien umfasste. Jeweils ein*e Teilbandherausgeber*in der anderen beiden Kategorien gab unter Einbeziehung von Hinweisen des gesamten Herausgeber*innen-Teams der betreffenden Autorin der Audio-Essays Feedback anhand der dafür leicht adaptierten Review-Kriterien für die anderen Teilbände. Außerdem wurde Feedback der Beitragenden in die Finalisierung aufgenommen. Die Herausgeber*innen sehen in dieser Ausdifferenzierung des Review-Verfahrens Potenzial für einen konstruktiven, auf die speziellen Erfordernisse des Formats zugeschnittenen Review-Prozess.
Kurzvorstellung der Teilbände
Be-Forschen
Der Teilband „Be-Forschen“ widmet sich der Selbstreflexion der Digital Humanities als Disziplin und beleuchtet dabei das spannungsreiche Verhältnis zwischen globalen Standards und lokalen Traditionen. Die hier versammelten Beiträge zeigen, wie sich digitale Methoden in den deutschsprachigen Geisteswissenschaften entwickelt haben und welche Dynamiken zwischen internationaler Vernetzung und institutioneller Eigenlogik entstehen. Gemeinsam verdeutlichen diese Beiträge, dass die Digital Humanities weniger durch eine einfache Globalisierung geprägt sind, sondern vielmehr durch komplexe Aushandlungsprozesse zwischen lokalen Traditionen, institutionellen Eigenlogiken und internationalen Standards. Die Sektion „Be-Forschen“ macht damit sichtbar, wie produktiv und notwendig die Selbstreflexion der Digital Humanities für ihre weitere Entwicklung ist.
Toni Bernhart eröffnet die Sektion mit einer wissenschaftsgeschichtlichen Perspektive auf die Legitimierungsstrategien quantitativer Methoden seit dem 19. Jahrhundert. Seine Analyse der Metaphern und Narrative früher Methodenpioniere verdeutlicht, wie bereits vor der digitalen Ära der Transfer zwischen Natur- und Geisteswissenschaften durch rhetorische Übersetzungsarbeit bewältigt werden musste. Jascha Schmitz setzt diese historische Betrachtung fort, indem er am Beispiel der gescheiterten Experimental History der 1970er Jahre aufzeigt, warum sich manche vielversprechenden Ansätze nicht etablieren konnten. Sein Fallbeispiel der Cambridge Group illustriert paradigmatisch die Spannungen zwischen methodischer Innovation und disziplinärer Akzeptanz.
Thekla Kluttig lenkt den Blick auf die institutionelle Ebene und reflektiert die Auswirkungen der digitalen Transformation von Archiven auf die archival literacy der Nutzenden. Ihre Analyse der letzten drei Jahrzehnte zeigt eindrücklich, wie sich das Verhältnis zwischen globalen Digitalisierungsstandards und lokalen Archivtraditionen entwickelt hat. Das Autor*innenkollektiv der AG Multilingual DH vertieft diese institutionelle Perspektive durch seine Analyse der besonderen Herausforderungen, vor denen die sogenannten Kleinen Fächer in den Digital Humanities stehen. Dieser Beitrag zur sogenannten Digitalen Glokalisierung zeigt anhand konkreter Fallstudien aus Arabistik, Äthiopistik und Religionswissenschaft auf, wie ein impliziter monolingualer Habitus in DH-Infrastrukturen zu einem resourcedness gap führt, der gerade jene Fächer benachteiligt, die zur sprachlichen Diversität der Digital Humanities beitragen könnten. Christian Fuhrmeister, Johannes Griebel, Stephan Klingen, Nadine Raddatz und Georg Schelbert konkretisieren die institutionelle Perspektive am Beispiel des Zentralinstituts für Kunstgeschichte, wo der Wandel von projektspezifischen lokalen Lösungen hin zu standardisierten, international anschlussfähigen Infrastrukturen exemplarisch nachvollzogen werden kann.
Jürgen Hermes und Susanne Kurz fokussieren sich auf die Zukunft der Digital Humanities durch ihre Analyse der Nachwuchsförderung am sogenannten Kölner Modell. Ihr Beitrag zeigt, wie lokale Ausbildungsstrukturen auf globale Kompetenzanforderungen reagieren und dabei sowohl spezifische institutionelle Stärken als auch internationale Standards berücksichtigen müssen.
Rabea Kleymann schließlich weitet den Blick auf die theoretischen Grundlagen der Digital Humanities und deren Verhältnis zwischen globalen und lokalen Diskurstraditionen. Ihre empirische Analyse der ADHO- und DHd-Konferenzen macht deutlich, wie sich unterschiedliche regionale Schwerpunktsetzungen innerhalb der internationalen DH-Community herausbilden.
In eigenen Worten
Der Teilband „In eigenen Worten“ ist auditiven Annäherungen an die Digital Humanities gewidmet. Mittels des Mediums Audio-Essay kommen Menschen zu verschiedenen Aspekten der Digital Humanities zu Wort und legen in einem an Oral History orientierten, aber in seiner Ausgestaltung viel freier ausgelegten Format sozusagen essayistisch ihren Bezug zu den Digital Humanities dar. Durch die prominente Platzierung im Mittelteil des Sammelbandes soll auch dessen anthropologische Setzung unterstrichen werden; im Mittelpunkt stehen der Mensch, lebendige Gespräche mit Personen über ihre Forschungsschwerpunkte und -ergebnisse, aber auch offene Fragen und Impressionen aus ihren lokal verorteten und global vernetzen Wirkungskontexten.39 Dabei erweitern die im vorliegenden Sammelband publizierten Audio-Essays auch experimentell das Spektrum des Publizierens. Die in der linearen PDF-Version des Sammelbandes publizierten Artikel sind als eine Form erweiterter Shownotes Verweise auf weitere mediale Präsentationen (Audio, Transkription) und bilden mit diesen eine Einheit.40 Dieser Ansatz fußt auf einer langen Tradition verschiedener Projekte und Ansätze der Aufzeichnung, Bewahrung und Sichtbarmachung auditiver Artefakte insbesondere aber nicht nur im Kontext der Geschichte der Digital Humanities mit starken Querverbindungen zu Praktiken des Podcastings.41 Die Audio-Essays umfassen dabei eine breite inhaltliche und geographische Spanne.
Die Sektion eröffnet Ulrike Wuttke mit einem Audio-Essay zur Digital History. Anhand von Interviews mit Wissenschaftler*innen des Deutschen Historischen Instituts Paris (DHIP) und mit Teilnehmenden der Konferenz Revolutionary, disruptive, or just repeating itself? Tracing the history of Digital History #DHIHA9 (2024) werden Vergangenheit und Zukunft der Digital History im Verhältnis zu den Digital Humanities betrachtet. Im nächsten, weitgehend englischen Beitrag von Ulrike Wuttke weitet sich der fachliche Blick auf die Breite der DH. Anhand von Interviews mit Wissenschaftler*innen am Venice Centre for Digital and Public Humanities (VeDPH) erkundet sie, was Digital Humanities und Public Humanities sind. Die Reise führt von Digital Museum Studies über Public History bis zu Neurohumanities.
Die nächsten beiden Beiträge erkunden sowohl ein bislang unterbelichtetes Forschungsgebiet der DH als auch die Zukunft der DH. Zunächst befasst sich der Beitrag von Anne Baillot und Torsten Roeder mit digitalen Klangdokumenten und insbesondere Instrumenten zur musikalischen Klangerzeugung im big tent der DH und hinterfragt anhand verschiedener Beispiele aus der lokalen und globalen Community die Rolle der DH bei deren Bewahrung und Beforschung. Im darauffolgenden Beitrag widmen sich Anne Baillot und David Lassner der Verschränkung von Künstlicher Intelligenz und Nachhaltigkeitsforschung im Kontext der Zukunft der DH. Zusammen mit zwei Experten thematisieren sie den Fußabdruck projektbezogener KI-Nutzung und die Verantwortung der Community.
Im letzten Beitrag von Ulrike Wuttke positionieren sich Digital Humanists aus verschiedenen nationalen und internationalen Kontexten anhand prägnanter Stellungnahmen zu von den Herausgebenden konzipierten Leitfragen. Die Stimmen aus der DH-Community illustrieren nachdrücklich die regionale, fachliche und sprachspezifische Vielfalt der DH.
Artefaktbiographien
Der Teilband „Artefaktbiographien“ stellt nicht eine Idee oder eine Erkenntnis, sondern eine digitale Ausführung in den Mittelpunkt. Ursprünglich gedacht als ‚Museumskatalog für eine Ausstellung historischer Forschungssoftware, die noch nicht stattgefunden hat‘, entwickelte sich dieser Teilband zur großen Freude der Herausgebenden weiter zu einer exemplarischen Standortbestimmung auch der Softwareentwicklung in und für die Geisteswissenschaften der Gegenwart. Auf historiographische Beiträge folgen Beschreibungen gegenwärtiger Projekte, die – mitunter über Landesgrenzen hinweg – auch technisch in die Zukunft weisen, oder die Zielgruppen aufgrund der medialen Möglichkeiten über Akademia hinaus erweitern.
Den Anfang macht Manfred Thaller, der seit Ende der 1970er Jahre am Max-Planck-Institut für Geschichte in Göttingen das Programmsystem CLIO, später umbenannt in Κλειω, entwickelt hat. Das Projekt nahm sich der Herausforderung an, ein neues Datenmodell zu entwickeln und zu verwalten, das den speziellen Ansprüchen historischer Forschungen genügt. Bis in unser Jahrzehnt hinein wurde es mehrfach erweitert, international adaptiert und etwa im GLAM-Bereich für Internetprojekte eingesetzt.
Nicht nur wissenschaftliche Datenbanken, sondern auch digitale Editionen werden auch für die Geisteswissenschaften entwickelt, seitdem es Computer gibt. Christian Schröter stellt mit dem Prototyp 2 des Karlsruher Projekts Elektronisches Buch (PEB) ein von Anfang an interaktiv und multimodal entworfenes Experimentalsystem der frühen 1990er Jahre vor. Auch die Erhaltung dieses Flusser Hypertexts hat inzwischen eine eigene Geschichte, da sowohl das Aufspüren von Archivalia zur Drittmittelforschung als auch die Überführung lauffähiger Systeme in den musealen Kontext je eigene Herausforderungen bereithalten.
Mit einem weiteren Beitrag zu multimodalen Artefakten schließt sich Hubert Mara an. Sein Projekt GigaMesh stellt ein Software-Framework dar, das die Abbildung, Manipulation und Analyse von 3D-Messdaten ermöglicht. Seit den 2000er Jahren wurde es über verschiedene Etappen an mehreren europäischen Forschungseinrichtungen hinweg entwickelt. Vorwiegend in der Archäoinformatik und für Sprachen der Alten Welt eingesetzt, hat GigaMesh inzwischen in der NFDI und in vielen Weltteilen Verbreitung gefunden.
Susanne Kabatnik, Anne Klee, Maria Hinzmann, Claudia Bamberg, Frank Queens und Thomas Burchan stellen hiernach in ihrem Beitrag zwei Artefakte aus dem Bereich Linked Open Data vor: Mit den Vorhaben PandeLexBase und Pandemictionary wird an der Universität Trier ein historischer Pandemiewortschatz aufgebaut. Dafür werden zwei lexikografische Datenquellen, eine Wikibase und eine MediaWiki-Instanz kombiniert. Auf diese Weise werden lokal fokussierte Forschungen möglich, die durch den Linked-Open-Data-Ansatz gleichzeitig in einen global vernetzten Rahmen eingebettet sind.
Auch Catrina Langenegger und Judith Müller gehen auf den Bereich Datenmodellierung ein. Im Fokus stehen zwei Projekte der Jüdischen Studien, einerseits zur Untersuchung der schweizerischen Flüchtlingsbetreuung während des Zweiten Weltkriegs, andererseits zur Erforschung von Mehrsprachigkeit des bulgarisch-britischen Schriftstellers Elias Canetti. Die beiden in der Schweiz umgesetzten Studien zeigen, dass in kleineren Fächern wie den Jüdischen Studien Verfahren und Infrastrukturen zum Teil kreativ selbst geschaffen werden müssen, dann aber auch in das Fach zurückwirken. Gleichzeitig verdeutlicht der Beitrag unterschiedliche methodische und erinnerungspolitische Rahmenbedingungen im deutschsprachigen Raum, die sich gegenseitig ergänzen können.
Mit ihrer Artefaktbiographie der eTaRDiS bietet Silke Schwandt einen Einblick in die Datenmodellierung und -erschließung per Virtueller Realität. Das Akronym steht für ein Projekt der Digital History, das keineswegs Vergangenheit in Form virtueller Städte oder von Gebäuden rekonstruieren will. Vielmehr geht es darum, historische Daten und ihre Verknüpfungen untereinander im virtuellen Raum abzubilden und zu explorieren. Die Daten lassen sich flexibel anordnen und filtern, was im interaktiven VR-Erlebnis dem Hauptziel dient, die Perspektivgebundenheit historischen Wissens und Positionalität der betrachtenden Person kritisch zu reflektieren.
Martin Siefkes und Julia Pfeiffer widmen sich in ihrem Beitrag dem Formenspektrum digitaler Ausstellungen. Diese werden von Gedächtniseinrichtungen unterschiedlich gestaltet, was zu verschiedenen Wahrnehmungen der Betrachtenden führt. Um die Formenvielfalt detailliert beschreiben und analysieren zu können, hat das hier vorgestellte Projekt Digitale Ausstellungen – Von der Typologie zur Rezeptionsperspektive ein Annotationsschema entwickelt, mit dem eingehende Korpusanalysen möglich werden. An der Technischen Universität Chemnitz beheimatet, leistet das Projekt einen Beitrag zur Untersuchung des räumlich entgrenzten digitalen Objekts ‚Ausstellung‘.
Wissenschaftskommunikation, Communitybuilding und Transformation akademischer Praktiken stehen im Mittelpunkt des Beitrags von Mareike König. Sie porträtiert das in den Digital Humanities beliebte multilinguale Blogportal de.hypotheses, das sie 2012 mitbegründete. Die Artefaktbiographie verdeutlicht exemplarisch und im internationalen Kontext – de.hypotheses knüpfte als Transferprojekt am französischen Vorläufer Hypotheses an –, wie sich akademische Praktiken gewandelt haben. Blogs konnten sich insbesondere als wichtige Ergänzung wissenschaftlicher Publikationsformate etablieren und wirken in einer von Social Media geprägten Welt auch in die breite Öffentlichkeit hinein.
Frauke Pirk, Theresa Blaschke, Katharina Kauth, Nicole Braida, Fabian Kling, Derya Tok, Malte Hagener, Vinzenz Hediger, Alexandra Schneider und Yvonne Zimmermann gehen abschließend auf die digitale Filmforschung ein. Das Projekt DiCi-Hub – A Research Hub for Digital Film Studies hat einen Datensatz zur deutschen Filmförderung erarbeitet, mit dem Trends und Muster bei der Förderung von Kinofilmen sichtbar werden. Die Erstellung dieses Artefakts zeigt beispielhaft, wie Interdisziplinarität überregional gelingen kann – hier als Zusammenarbeit zwischen Filmwissenschaft und Digital Humanities in der Verbundforschung der Standorte Marburg, Mainz und Frankfurt am Main.
Ausblick
Wie oben bereits festgehalten, befinden sich unsere Fächer und unsere Gesellschaft gleichzeitig im Umbruch – technisch durch allgemeine Digitalisierung und KI, gesellschaftlich durch große Herausforderungen an Politik und Wirtschaft. Dass in diesen Zeiten eine Standortbestimmung in der Gegenwart erfolgt und auch erfolgen muss, verwundert nicht. Eine Standortbestimmung kann auch immer Ausgangspunkt für die Vorausschau möglicher Entwicklungen in der Zukunft werden und ein mutiges Experiment in der Gegenwart zur zukünftig gelebten Normalität sein. Innovation ist ohne Experiment, das auch fehlgehen kann, nicht realistisch vorstellbar. Dass gleichzeitig die Vergangenheit in den Blick gerät und sich die Suche nach einer gemutmaßten langen Entwicklungsgeschichte genauso anbietet wie die Spekulation über Entwicklungssprünge und -brüche, liegt im Wesen der Geisteswissenschaften, die tendenziell immer auch historisch arbeiten und dies reflektieren. Eine Gegenwart benötigt in diesem Sinne sowohl eine Vergangenheit als auch eine Zukunft (so unsicher, fluide und prekär diese auch beide sein mögen).42 Dass wir hierbei genauso auf wissenschaftliche Übersicht, persönlichen Dialog und narrative Darstellung von Einzelfällen und Fallbeispielen geachtet haben, spiegelt die Vielfalt der methodischen Ansätze der Fächer wie auch persönliche Interessen und Haltungen der Herausgeber*innen und nicht zuletzt der Autor*innen wider.
Dankesworte
Ein altes Sprichwort besagt It takes a village to raise a child und es gilt ganz besonders im Kontext kooperativer Projekte in den Digital Humanities wie zum Beispiel dieser Publikation. Wir freuen uns, dass es uns gelungen ist, Autor*innen aus verschiedenen Bereichen der digitalen Geisteswissenschaften und unterschiedlichen akademischen Hintergründen für fundierte Beiträge zu sehr verschiedenen Fragen und Themen zu gewinnen. Ihnen gilt unser Dank für das Engagement, die Unterstützung und Geduld bei diesem gemeinsamen experimentellen Publikationsprojekt.
Wir bedanken uns auch für die Offenheit gegenüber neuen Formaten. Die Beiträge sollen zum Entdecken und Nachdenken über lokale und globale Geschichte(n) des Einsatzes von digitalen Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum und darüber hinaus anregen, und wir hoffen, dass Beitragsformen jenseits des klassischen Fachaufsatzes hierbei Beitragende wie Lesende unterstützen. Vielleicht kommen ja mit neuen Formaten und einem Medienwandel auch gute, fruchtbare Gedanken aus überraschenden Perspektiven.
Weiterhin danken wir den Reviewer*innen für ihre wertvollen Hinweise für die Überarbeitung. Wir haben ihre Namen, soweit erwünscht, in einem Kapitel „Reviewer Wall of Fame“ verewigt.
Auch danken wir Melusina Press und der Universität Luxemburg, insbesondere Niels-Oliver Walkowski, für die technische Unterstützung und die Möglichkeit, diesen Sammelband im Diamond Open Access und als multimodales Werk herauszubringen.
Ein besonderer Dank gilt Sara-Lee Nußbaum vom Fachbereich Informationswissenschaften der Fachhochschule Potsdam für die umfassende und professionelle Unterstützung als studentische Mitarbeiterin dieses Gemeinschaftsprojekts, die vom Projektmanagement, der akribischen Überprüfung der Beiträge und Bibliographien bis hin zum visuellen Design des Gesamtbandes sowie Sound-Recherchen für die Audio-Essays reichte. Ohne Frau Nußbaum würde dieser Band nicht in der vorliegenden Qualität erscheinen.
Wir wünschen eine erkenntnisreiche, anregende und fruchtbare Lektüre!
Ulrike Wuttke
Christopher Nunn
Melanie Seltmann
Christian Schröter
Christian Wachter
Im Oktober 2025
Bibliographie
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- Arnold, Florian, Johannes C. Bernhardt, Daniel Martin Feige und Christian Schröter, „Vorwort.“ In Digitalität von A bis Z, herausgegeben von Florian Arnold, Johannes C. Bernhardt, Daniel Martin Feige und Christian Schröter, 9–12. Bielefeld: transcript, 2024.
- Beals, M. H. Digital History: An Introductory Guide. London: Bloomsbury, 2023.
- Berry, David M., Hg. Understanding Digital Humanities. Houndmills, New York: Palgrave Macmillan, 2012.
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- Schröter, Christian. „Bausteine einer möglichen Zukunft ‚Digitaler Geisteswissenschaften‘. Technikzukünfte, Hochschulwandel, Dritte Kultur.“ In Kompendium Computational Theology, Bd. 2: Potentiale computationeller Forschung in der Theologie, herausgegeben von Frederike van Oorschot und Christopher A. Nunn, 535–558. Heidelberg: heiBOOKS, 2025 (im Erscheinen).
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- Schwandt, Silke, Hg. Digital Methods in the Humanities: Challenges, Ideas, Perspectives. Digital Humanities Research, 1. Bielefeld: transcript und Bielefeld University Press, 2020.
- Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW), „Dossier: Digital Humanities,“ Bulletin 4 (2013). https://www.sagw.ch/fileadmin/redaktion_sagw/dokumente/Publikationen/Bulletin/sagw-bulletin4-13.pdf.
- Terras, Melissa. „Peering inside the Big Tent: Digital Humanities and the Crisis of Inclusion.“ Melissa Terras (Blog). 26. Juli 2011, aufgerufen am 28. August 2025. https://melissaterras.org/2011/07/26/peering-inside-the-big-tent-digital-humanities-and-the-crisis-of-inclusion.
- Terras, Melissa, „Peering inside the Big Tent.“ In Defining Digital Humanities: A Reader, herausgegeben vom Melissa Terras, Julianne Nyhan und Edward Vanhoutte, 263 70. Farnham, Surrey, England; Burlington, VT: Ashgate Publishing, 2013.
- Terras, Melissa, Julianne Nyhan und Edward Vanhoutte, Hg. Defining Digital Humanities: A Reader. Farnham, Surrey, England; Burlington, VT: Ashgate Publishing, 2013.
- Thaller, Manfred. „Digital Humanities als Wissenschaft.“ In Digital Humanities: Eine Einführung, herausgegeben von Fotis Jannidis, Hubertus Kohle und Malte Rehbein, 13–18. Stuttgart: J.B. Metzler, 2017.
- Viola, Lorella und Paul Spence, Hg. Multilingual Digital Humanities. London, New York: Routledge, 2024.
- Vogeler, Georg und Philipp Hofeneder. „Die digitale Transformation der österreichischen Geisteswissenschaften und ihre Herausforderungen für die Zukunft: Strukturelle Perspektiven für die Integration von Datenwissenschaften, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz.“ Zeitschrift für Hochschulentwicklung 18, Sonderheft Forschung (2023): 141–62. https://doi.org/10.21240/zfhe/SH-F/09.
- Willaert, Tom, Dirk Speelman und Fred Truyen. Digitale geletterdheid: Dataverwerking in de Geesteswetenschappen. Leuven: Universitaire Pers Leuven, 2018.
- Wuttke, Ulrike, Melanie Seltmann, Christian Schröter (geb. Vater), Anne Baillot, Christian Wachter und Christopher Nunn. „Call for Abstracts: From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: ein Triptychon (Deadline 14.05.2024).“ DHd-Blog (Blog), 2. April 2024, aufgerufen am 2. September 2025. https://dhd-blog.org/?p=20783.
- Wuttke, Ulrike, Sara-Lee Nussbaum, Christian Schröter, Christopher Nunn, Christian Wachter. „Wie passt ein Audio-Essay zwischen zwei Buchdeckel? Digital Humanists In Eigenen Worten – Die Genese der ‚From Global to Local DH‘-Audio-Essays als Experiment multimedialen Publizierens in den digitalen Geisteswissenschaften.“ Postereinreichung für die Konferenz DHd 2026, im Druck.
Anmerkungen
- 1 In diesem Sammelband werden die Bezeichnungen Digital Humanities (DH) und Digitale Geisteswissenschaften ohne Wertung nebeneinander verwendet.
- 2 Malte Rehbein und Patrick Sahle, „Digital Humanities lehren und lernen: Modelle, Strategien, Erwartungen,“ in Evolution der Informationsinfrastruktur: Kooperation zwischen Bibliothek und Wissenschaft, hg. von Heike Neuroth et al. (Glückstadt: Hülsbusch, 2013), 209–28, http://resolver.sub.uni-goettingen.de/purl/?webdoc-39006; Jan Horstmann und Christof Schöch, „DH-Professuren im deutschsprachigen Raum visualisiert,“ DHd-Blog (Blog), 9. Juli 2024, aufgerufen am 1. September 2025, https://dhd-blog.org/?p=21260.
- 3 In einigen Publikationen tritt der Begriff glocal auf, siehe auch den Beitrag des Autor*innenkollektivs der AG Multilingual DH im vorliegenden Sammelband.
- 4 Susan Schreibman et al., Hg., A Companion to Digital Humanities (Oxford: Blackwell, 2004); Susan Schreibman et al., Hg., A new Companion to Digital Humanities (Chichester, West Sussex: Wiley-Blackwell, 2016).
- 5 Lauren F. Klein und Matthew K. Gold, „Introduction: Digital Humanities: The Expanded Field,“ in Debates in the Digital Humanities 2016, hg. von Matthew K. Gold und Lauren F. Klein (Minneapolis, London: University of Minnesota Press, 2016), ix–xvi, https://doi.org/10.5749/j.ctt1cn6thb.3.
- 6 Melissa Terras, „Peering Inside the Big Tent: Digital Humanities and the Crisis of Inclusion,“ Melissa Terras (Blog), 26. Juli 2011, aufgerufen am 28. August 2025, https://melissaterras.org/2011/07/26/peering-inside-the-big-tent-digital-humanities-and-the-crisis-of-inclusion (auch erschienen als Melissa Terras, „Peering inside the Big Tent,“ in Defining Digital Humanities: A Reader, hg. von Melissa Terras et al. (Farnham, Surrey, England; Burlington, VT: Ashgate Publishing), 263-70); Elizabeth Callaway et al., „The Push and Pull of Digital Humanities: Topic Modeling the ‚What is Digital Humanities‘? Genre,“ Digital Humanities Quarterly 14, Nr. 1 (Januar 2020), https://dhq.digitalhumanities.org/vol/14/1/000450/000450.html.
- 7 Domenico Fiormonte et al., Hg., Global Debates in the Digital Humanities, Minneapolis, London: University of Minnesota Press, 2022.
- 8 Michael Piotrowski, „Schism or Renaissance? On the Relationship between Computational Humanities and Digital Humanities,“ in Compendium Computational Theology, Bd. 1: Introducing Digital Humanities to Theology, hg. von Christopher A. Nunn und Frederike van Oorschot (Heidelberg: heiBOOKS, 2024), 31–49, https://doi.org/10.11588/heibooks.1521.c21938.
- 9 Siehe z. B. Patrick Sahle, „Digital Humanities? Gibt’s doch gar nicht!,“ in Grenzen und Möglichkeiten der Digital Humanities (= Sonderband der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften, 1), herausgegeben von Constanze Baum und Thomas Stäcker (2015), http://dx.doi.org/10.17175/sb001_004; Michael Piotrowski, „Ain’t No Way Around It: Why We Need to Be Clear About What We Mean by ‚Digital Humanities‘ (Paper submitted for the Proceedings of the Symposium „Wozu Digitale Geisteswissenschaften? Innovationen, Revisionen, Binnenkonflikte“, held at Leuphana University Lüneburg, November 20–22, 2019),“ SocArXiv Papers (Preprint) (11. Juni 2020 (Version 3)), https://doi.org/10.31235/osf.io/d2kb6.
- 10 Terras, „Peering Inside the Big Tent“. Siehe z. B. Stephen Robertson, „The Differences between Digital Humanities and Digital History,“ in Debates in the Digital Humanities 2016, hg. von Matthew K. Gold und Lauren F. Klein (Minneapolis, London: University of Minnesota Press, 2016), 289–307, https://doi.org/10.5749/j.ctt1cn6thb.28; Rüdiger Hohls, „Digital Humanities und Digitale Geschichtswissenschaften,“ in Clio-Guide: Ein Handbuch zu digitalen Ressourcen für die Geschichtswissenschaften, hg. von Laura Busse et al. (Berlin: Clio-online und Humboldt-Universität zu Berlin, 2018), A.1–1 – A.1–34, https://doi.org/10.18452/19244; Max Kemman, Trading Zones of Digital History (Berlin, Boston: De Gruyter Oldenbourg, 2021), https://doi.org/10.1515/9783110682106.
- 11 Anne Burdick et al., Digital_Humanities (Cambridge, MA: MIT Press, 2012), https://doi.org/10.7551/mitpress/9248.001.0001.
- 12 David M. Berry, Hg., Understanding Digital Humanities (Houndmills, New York: Palgrave Macmillan, 2012).
- 13 Silke Schwandt, Hg., Digital Methods in the Humanities: Challenges, Ideas, Perspectives (Bielefeld: transcript und Bielefeld University Press, 2020).
- 14 Klein und Gold, „Introduction,“ ix-xvi.
- 15 Lorella Viola und Paul Spence, Hg., Multilingual Digital Humanities (London, New York: Routledge, 2024).
- 16 Dorothy Kim und Adeline Koh, Hg., Alternative Historiographies of the Digital Humanities (Santa Barbara: Punctum Books, 2021).
- 17 David Columbia und Dorothy Kim, „Digital Humanities and/as White Supremacy: A Conversation about Reckonings,“ in Alternative Historiographies of the Digital Humanities, hg. von Dorothy Kim und Adeline Koh (Santa Barbara: Punctum Books, 2021), 35–78, https://doi.org/10.53288/0274.1.00.
- 18 Julianne Nyhan und Andrew Flinn, Computation and the Humanities: Towards an Oral History of Digital Humanities (Cham: Springer International Publishing, 2016), https://doi.org/10.1007/978-3-319-20170-2. Die textliche Präsentation in Buchform ist begleitet von einer multimedialen Webseite (https://hiddenhistories.omeka.net/) und hat die Konzeption des vorliegenden Sammelbandes gedanklich inspiriert.
- 19 James O’Sullivan, Hg., The Bloomsbury Handbook to the Digital Humanities (New York: Bloomsbury Academic, 2022).
- 20 Tara Andrews, Hg., Digital Humanities (Infoclio, O. J.), https://www.doi.org/10.13098/infoclio.ch-lb-0001.
- 21 Melissa M. Terras et al., Hg., Defining Digital Humanities: A Reader (Farnham, Surrey, England; Burlington, VT: Ashgate Publishing, 2013); Adam Crymble, Technology and the Historian: Transformations in the Digital Age (Urbana: University of Illinois Press, 2021); Urszula Pawlicka-Deger und Christopher Thomson, Hg., Digital Humanities and Laboratories: Perspectives on Knowledge, Infrastructure and Culture (London: Routledge, 2023).
- 22 Siehe z. B. Steven E. Jones, Roberto Busa, S.J., and the Emergence of Humanities Computing. The Priest and the Punched Cards (New York, London: Routledge, 2018); Julianne Nyhan, Hidden and Devalued Feminized Labour in the Digital Humanities: On the Index Thomisticus Project 1954–67 (New York, London: Routledge, 2023); Julianne Nyhan et al., Hg., On Making in the Digital Humanities. The Scholarship of Digital Humanities Development in Honour of John Bradley (London: UCL Press, 2023), https://doi.org/10.14324/111.9781800084209.
- 23 Johanna Drucker, The Digital Humanities Coursebook: An Introduction to Digital Methods for Research and Scholarship (Abingdon, New York: Routledge, 2021). Exemplarisch seien genannt: Matthew Jockers, Text Analysis with R for Students of Literature (Cham, Heidelberg: Springer, 2014); Christine L. Borgman, Big Data, little Data, no Data: Scholarship in the Networked World (Cambridge, Mass.; London: MIT Press, 2015); Jonathan Blaney et al., Doing Digital History. A Beginner’s Guide to Working with Text as Data (Manchester: Manchester University Press, 2021); M. H. Beals, Digital History. An Introductory Guide (London: Bloomsbury, 2023); Jennifer Guiliano, A Primer for Teaching Digital History: Ten Design Principles (Durham, London: Duke University Press, 2022), https://doi.org/10.1215/9781478022299; Folgert Karsdorp et al., Humanities Data Analysis: Case Studies with Python (Princeton, Oxford: Princeton University Press, 2021).
- 24 Olivier Le Deuff, Les Humanités Digitales: Historique et Développements (London: ISTE Editions, 2018); Pierre Mounier. Les Humanités Numériques: Une Histoire Critique (Paris: Éditions de la Maison des Sciences de l’Homme, 2018), https://doi.org/10.4000/books.editionsmsh.12006; Fabio Ciotti, Hg., Digital Humanities: Metodi, Strumenti, Saperi (Roma: Carocci Editore, 2023); Tom Willaert et al., Digitale geletterdheid: Dataverwerking in de Geesteswetenschappen (Leuven: Universitaire Pers Leuven, 2018).
- 25 Fotis Jannidis et al., Hg., Digital Humanities: Eine Einführung (Stuttgart: J.B. Metzler, 2017).
- 26 Manfred Thaller, „Digital Humanities als Wissenschaft,“ in Digital Humanities: Eine Einführung, hg. von Fotis Jannidis et al. (Stuttgart: J.B. Metzler, 2017), 13–18. Siehe auch den Beitrag von Manfred Thaller im vorliegenden Band.
- 27 Helene Hahn et al., Hg., DARIAH-DE Handbuch Digital Humanities: Anwendungen, Forschungsdaten und Projekte (v.1.0), DARIAH-DE, 2015; Harald Klinke, Hg., #DigiCampus: Digitale Forschung und Lehre in den Geisteswissenschaften (München: Universitätsbibliothek Ludwig-Maximilians-Universität München, 2018), https://doi.org/10.5282/ubm/epub.41218; Karoline Dominika Döring et al., Hg., Digital History: Konzepte, Methoden und Kritiken Digitaler Geschichtswissenschaft (Boston: De Gruyter Oldenbourg, 2022), https://doi.org/10.1515/9783110757101. Siehe auch Christina Antenhofer et al., Hg., Digital Humanities in den Geschichtswissenschaften (Wien: Böhlau, 2024); Christopher A. Nunn und Frederike van Oorschot, Hg., Kompendium Computational Theology, Bd. 1: Forschungspraktiken in den Digital Humanities (Heidelberg: heiBOOKS, 2024), https://doi.org/10.11588/heibooks.1459; oder der projektbezogene Sammelband Heike Neuroth, Andrea Rapp und Sibylle Söring, Hg., TextGrid: Von der Community – für die Community: Eine virtuelle Forschungsumgebung für die Geisteswissenschaften (Glückstadt: Werner Hülsbusch, 2015), https://doi.org/10.3249/webdoc-3947.
- 28 Siehe z. B. Georg Vogeler und Philipp Hofeneder, „Die digitale Transformation der österreichischen Geisteswissenschaften und ihre Herausforderungen für die Zukunft: Strukturelle Perspektiven für die Integration von Datenwissenschaften, maschinellem Lernen und künstlicher Intelligenz“, Zeitschrift für Hochschulentwicklung 18, Sonderheft Forschung (2023): 141–62, https://doi.org/10.21240/zfhe/SH-F/09; die Beiträge im „Dossier: Digital Humanities“ der von der Schweizerischen Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften (SAGW) herausgegebenen Zeitschrift Bulletin (Nr. 4 (2013)), https://www.sagw.ch/fileadmin/redaktion_sagw/dokumente/Publikationen/Bulletin/sagw-bulletin4-13.pdf.
- 29 RaDiHum20: Digital Humanities Podcast, https://radihum20.de/.
- 30 Sahle „Digital Humanities?“ (Anmerkung 8).
- 31 Sahle „Digital Humanities?,“ Sahles Reihung.
- 32 Christian Schröter, „Bausteine einer möglichen Zukunft ‚Digitaler Geisteswissenschaften‘. Technikzukünfte, Hochschulwandel, Dritte Kultur,“ in Kompendium Computational Theology, Bd. 2: Potentiale computationeller Forschung in der Theologie, hg. von Frederike van Oorschot und Christopher A. Nunn (Heidelberg: heiBOOKS, 2025 im Erscheinen), 535–558.
- 33 Tessa Gengnagel, Hubert Mara und Christian Schröter, „Kleine Fächer Digital“, it – Information Technology 66, Nr. 6 (2025): 187–190, https://doi.org/10.1515/itit-2025-2001.
- 34 Florian Arnold et al., „Vorwort,“ in Digitalität von A bis Z, hg. von Florian Arnold et al. (Bielefeld: transcript, 2024), 9–12.
- 35 Ninareh Mehrabi et. al., „A Survey on Bias and Fairness in Machine Learning,“ ACM Computing Surveys 54, Nr. 6 (2022), 1–35, https://doi.org/10.1145/3457607.
- 36 Siehe z. B. Sybille Krämer, Der Stachel des Digitalen: Geisteswissenschaften und Digital Humanities (Berlin: Suhrkamp, 2025); Gabriele Gramelsberger, Philosophie des Digitalen zur Einführung (Hamburg: Junius, 2023); Frederike van Oorschot, „Digitale Hermeneutik. Eine Einführung in hermeneutische und wissenschaftstheoretische Herausforderungen der Computational Theology,“ in Kompendium Computational Theology, Bd. 2: Potentiale computationeller Forschung in der Theologie, hg. von Frederike van Oorschot und Christopher A. Nunn (Heidelberg: heiBOOKS, 2025 im Erscheinen), 41-59; Tessa Gengnagel, „Vom Topos des Scheiterns als konstituierender Kraft: Ein Essay über Erkenntnisprozesse in den Digital Humanities,“ in Fabrikation von Erkenntnis – Experimente in den Digital Humanities (= Sonderband der Zeitschrift für digitale Geisteswissenschaften, 5), herausgegeben von Manuel Burghardt et al. (2022), https://doi.org/10.17175/sb005_011_v2; speziell zur Ästhetik siehe z. B. Daniel M. Feige, „Ästhetik,“ in Handbuch Philosophie der Digitalität, hg. von Jörg Noller und Karoline Reinhardt (Berlin, Heidelberg: J.B. Metzler, 2025), 1–5, https://doi.org/10.1007/978-3-662-70086-0_9-1.
- 37 Christian Schröter, et al., „Global, Local und ‚Under Construction‘ – Digitale Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: Ein Triptychon,“ in DHd 2025 Under Construction (DHd2025), herausgegeben von Nils Reiter et al. (Bielefeld, 2025), 467–68, https://doi.org/10.5281/zenodo.14769957.
- 38 Ulrike Wuttke et al. „Call for Abstracts: From Global to Local? Digitale Methoden in den Geisteswissenschaften im deutschsprachigen Raum: ein Triptychon (Deadline 14.05.2024),“ DHd-Blog (Blog), 2. April 2024, aufgerufen am 2. September 2025, https://dhd-blog.org/?p=20783. Ursprünglich gehörte Anne Baillot zum Herausgeber*innen-Team. Sie hat einige wichtige Impulse für die Entwicklung der Kategorie „In eigenen Worten“ gesetzt. Aus zeitlichen Gründen und aufgrund weiterer beruflicher Verpflichtungen hat sie sich zu einem späteren Zeitpunkt aus dem Herausgeber*innen-Team zurückgezogen und sich zusammen mit Torsten Roeder und David Lassner auf die Erstellung von einigen Beiträgen zu dieser Kategorie konzentriert.
- 39 Schröter et al., „Global, Local und „Under Construction“, 467.
- 40 Ulrike Wuttke, Sara-Lee Nußbaum, Christian Schröter, Christopher Nunn, Christian Wachter, „Wie passt ein Audio-Essay zwischen zwei Buchdeckel? Digital Humanists In Eigenen Worten – Die Genese der ‚From Global to Local DH‘-Audio-Essays als Experiment multimedialen Publizierens in den digitalen Geisteswissenschaften,“ Postereinreichung für die Konferenz DHd 2026, im Druck.
- 41 Wegweisend im Bereich der Digital Humanities insbesondere Nyhan und Flinn, Computation and the Humanities, unbeabsichtigte aber durchaus zutreffende Namensgleichheit der englischen Übersetzung mit Federica Martini und Julie Enckell, „In Their Own Words: Disseminating Feminist Self-Art Histories in Sound Archives,“ magazén 5, Nr. 2 (2024), http://doi.org/10.30687/mag/2724-3923/2024/02/005. Siehe auch das Interview mit Gilda Zazzara im Audio-Essay zum VeDPH im vorliegenden Sammelband.
- 42 Wir liegen jedenfalls im Trend, von dem wir uns auch nicht entkoppeln wollen. 2025 wurde beispielsweise eine Taskforce Geschichte des DHd-Verbands gegründet.