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The Sound of Change: The Sound of Change: Musikinstrumente im Wandel von Umwelt, Gesellschaft und Digitalität

The Sound of Change
The Sound of Change: Musikinstrumente im Wandel von Umwelt, Gesellschaft und Digitalität
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Notes

table of contents
  1. Umschlagbild
  2. Titelseite
  3. Impressum
  4. Logos
  5. The Sound of Change: Musikinstrumente im Wandel von Umwelt, Gesellschaft und Digitalität
    1. Shownotes
    2. 1. Musikmuseum Beeskow
    3. 2. Kulturen der Heimcomputermusik
    4. 3. Toni Bernhart spielt Seilbahn
    5. 4. Der Musikalische Bambus der Bolivianischen Anden
    6. Bibliographie

The Sound of Change: Musikinstrumente im Wandel von Umwelt, Gesellschaft und Digitalität

Anne Baillot &
Torsten Roeder
Das vollständige Audio-Essay zum Nachhören findet sich hier: https://doi.org/10.26298/1981-5722-tsoc-a
Das vollständige Audio-Essay zum Nachhören findet sich hier:
https://doi.org/10.26298/1981-5722-tsoc-a
Das Transkript des Audio-Essays findet sich hier: https://doi.org/10.26298/1981-5722-tsoc-t
Das Transkript des Audio-Essays findet sich hier:
https://doi.org/10.26298/1981-5722-tsoc-t

Shownotes

Abbildung 1: Collage (CC0). The Sound of Change.
Abbildung 1: Collage (CC0). The Sound of Change.

Haben Musik und Klang überhaupt etwas mit den Digital Humanities zu tun? Texte und visuell geprägte Artefakte und Analyseverfahren dominieren das Gebiet. Aber warum eigentlich, und ist das gerechtfertigt?

Die Fragestellungen, die mit den Sound Studies insbesondere im Kontext der Aufbewahrung von musikalischen Artefakten und Techniken zusammenhängen, werden für Digital Humanists doch nicht so abwegig klingen: Wie kann die Materialität historischer Klänge, Töne, Instrumente aufbewahrt werden? Wie werden sie digitalisiert, als Kulturerbe weitertradiert, digital weiterverwendbar gemacht? Welchen Kanonisierungstendenzen gilt es entgegenzuarbeiten – was genau ist Musik, was ist ein patrimonial wertvolles Instrument oder ein Klang, bei dem die Mühe der Digitalisierung, Aufwertung, Aufbewahrung sich lohnt? Inwiefern schlagen sich da lokale Habitus und Globalisierungsbemühungen nieder?

Dass Musik und DH – mit Ausnahme vielleicht der großen Musikeditionen, die allerdings tendenziell den klassischen Kanon reproduzieren – eher getrennte Wege gehen, hat sicherlich mehrere, historisch gewachsene Gründe. Die Musik-Community sieht womöglich keinen Vorteil darin, in den Digital Humanities mitzumischen und sich mit der – auch historisch gewachsenen – Arbeitsethik der Digital Humanities auseinanderzusetzen, mit Fragen des Datenmanagements, der Findbarkeit, der Standardisierung. Aber genauso könnte man die Frage andersherum stellen. Was genau ist die Verantwortung der Digital Humanities gegenüber diesen Themen und Objekten? Müssten wir uns darum kümmern?

In dieser Folge geben wir Einblick in eine Reihe von Projekten und Sammlungen, die konkret vorführen, welche Herausforderungen, aber auch welchen Gewinn diese Klangwelten mit sich bringen. Sie zeigen insbesondere, welche Rolle Instrumente und Geräte, d. h. historische Kulturtechniken, bei der Aufbewahrung von klanglichem Kulturerbe spielen, und welches breite Feld sich damit öffnet.

1. Musikmuseum Beeskow

Credits

Interview und Aufnahmen: Anne Baillot, Torsten Roeder.
Im Gespräch: Jan-Peter Voigt, Matthias Alward, Wolfgang Haas.
Schnitt: Torsten Roeder.

Das Musikmuseum Beeskow stellt mechanische Musikinstrumente aus der Zeit zwischen 1848 und 1927 vor. Die einstige Sammlung von Thomas Jansen (vormals aus Monschau bei Aachen) umfasst schwerpunktmäßig Instrumente, die Musik anhand von lochgestanzten Notenrollen reproduzieren können. Oft dienen sie dem Ersatz von Tanzkapellen oder Pianisten in Gaststätten. Einige Instrumente können sogar das individuelle Spiel einzelner Interpret*innen reproduzieren. Die dazu notwendigen Aufnahmemechanismen wurden streng geheim gehalten und lassen sich heute nicht mehr rekonstruieren. Besonders teure Geräte, die ganze Orchester imitieren konnten, galten als Prestigeobjekte für renommierte Etablissements, während sie mit Münzeinwurf ausgestattet eine lukrative Automatisierungsmaßnahme in einfachen Gasthäusern sein konnten. Die überlieferten Instrumente mitsamt den dazugehörigen Notenrollen sind Zeugnisse der populären Musikkultur im mechanischen Zeitalter vor der Durchsetzung der Schallplatte und des Rundfunks.

Das Interview wurde während der Veranstaltung Der unsichtbare Pianist im Kaffeehaus am 13. April 2025 in den Räumen des Museums aufgenommen. Daher ist das Interview von deutlichen Nebengeräuschen begleitet.

Besondere Verweise

  1. Burg Beeskow. „Musikmuseum Beeskow.“ Aufgerufen am 11. September 2025. https://www.burg-beeskow.de/besuchen/museen-ausstellungen/musikmuseum.
  2. Musikmuseum Burg Beeskow. „Musikmuseum Burg Beeskow.“ Aufgerufen am 11. September 2025. https://www.musikmuseum-beeskow.de/.

Bibliographie

  1. Jüttemann, Herbert. Mechanische Musikinstrumente. Köln: Verlag Dohr, 2019, 3., überarbeitete und ergänzte Auflage.

2. Kulturen der Heimcomputermusik

Credits

Autorinnen, Produktion, Schnitt und Aufnahmen: Hanna Hammerich, Niayesh Ebrahimi.

Niayesh Ebrahimi und Hanna Hammerich arbeiten gemeinsam als künstlerische bzw. wissenschaftliche Mitarbeiterinnen im DFG-Projekt Kulturen der Heimcomputermusik: Technik, Netzwerke und Produkte in den 1980er Jahren zwischen Kaltem Krieg und Globalisierung an der Hochschule für Musik und Theater „Felix Mendelssohn Bartholdy“ in Leipzig. Das Projekt befasst sich mit einer musikalischen Kulturgeschichte der Heimcomputer aus der Zeit der 8- und 16-Bit-Plattformen in den 1980er Jahren. Auf der Grundlage eines Überblicks über die Hard- und Software aus der Anfangszeit der Heimcomputer liegt der Fokus auf den musikalischen Praxen, die sich um diese Kristallisationspunkte bildeten.

In ihrem Beitrag für diese Folge konkretisieren sie diesen recht breiten musik- und kulturhistorischen Ansatz, indem sie sich einem spezifischen technischen Artefakt und dessen musikalischer Nutzungsweise widmen: dem Soundchip AY-3-8912. Dieser kam in mehr als 2400 Arcade-Spielen zum Einsatz, wurde sowohl in 8-Bit- als auch in 16-Bit-Plattformen sowie Hardware-Erweiterungen aus den USA, Japan, West- und Osteuropa verbaut – was ihn zum meist verbreiteten Soundchip der 1980er Jahre machte. Niayesh Ebrahimi und Hanna Hammerich stellen den Soundchip klanglich vor und diskutieren einige Möglichkeiten seiner historischen Nutzung anhand praktischer Klangexperimente.

Dieser Ansatz umfasst nicht nur die eigentliche Anwendung eines historischen Geräts, wie Niayesh Ebrahimi und Hanna Hammerich im Beitrag beschreiben. Denn der Anwendung selbst gehen erst die Beschaffung, Sammlung und nicht selten auch die Reparatur der alten Computersysteme voraus, um ein Wieder-Herstellen (ein Re-Enactment) des historischen Settings zu ermöglichen. Im Anschluss an die Anwendung folgen außerdem Fragen der Konservierung, Archivierung und Dokumentation, die an dieser Stelle noch offen bleiben müssen.

Besondere Verweise

  1. DFG – Gepris. „Kulturen der Heimcomputermusik: Technik, Netzwerke und Produkte in den 1980er Jahren zwischen Kaltem Krieg und Globalisierung.“ Aufgerufen am 11. September 2025. https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/497488984.
  2. Weitere Einblicke ins Projekt Kulturen der Heimcomputermusik bietet der Podcast BLIPS, der auf allen gängigen Podcast-Plattformen gehört und abonniert werden kann: https://podcasts.apple.com/de/podcast/blips/id1669778290.

Bibliographie

  1. Höltgen, Stefan: „‚Und wenn ich diese Taste drück’...‘“ Sounds und ihre Programmierung in BASIC-Spielen.“ PAIDIA – Zeitschrift für Computerspielforschung. 23. März 2022, aufgerufen am 13. August 2025. https://paidia.de/und-wenn-ich-diese-taste-drueck-sounds-und-ihre-programmierung-in-basic-spielen/.
  2. Montfort, Nick, Patsy Baudoin, John Bell, Ian Bogost, Jeremy Douglass, Mark C. Marino, Michael Mateas, Casey Reas, Mark Sample und Noah Vawter. 10 PRINT CHR$(205.5+RND(1)); : GOTO 10. Cambridge/London: MIT Press, 2013. https://doi.org/10.7551/mitpress/9040.003.0001.

3. Toni Bernhart spielt Seilbahn

Credits

Autor, Produktion, Schnitt und Aufnahmen: Toni Bernhart.

Eine Seilbahn ist ein großes Saiteninstrument. In diesem Beitrag erzählt Toni Bernhart, wie er Seilbahn spielt, und stellt ein paar Klangbeispiele vor. Die Transfers von physikalischen Schwingungsereignissen zu hörbaren Schallereignissen erfolgen mithilfe digitaler Tools, die diesen Übersetzungsvorgang erleichtern und beschleunigen.

Besondere Verweise

  1. Seilsender. „Seilsender. Alpine Seilbahnklänge als Livestream und Citizen Science Projekt.“ Aufgerufen am 11. September 2025. https://www.seilsender.ch/.
  2. Ropesinging. „The Unique Sounds of Alpine Ropeways.“ Aufgerufen am 11. September 2025. https://ropesinging.ch/.

Bibliographie

  1. Bernhart, Toni und Michel Roth. „Oscillating Territories. Alpine Ropeways as Sonic Instruments.“ Journal of Alpine Research (erscheint 2026).
  2. Roth, Michel und Romed Aschwanden, Hg. Singende Seile. Die Seilbahnlandschaft des Urner Schächentals. Altdorf: Bildfluss, 2023. https://www.bildfluss.ch/shop/p/singende-seile-die-seilbahnlandschaft-des-urner-schchentals (Open-Access-Download mit Klangbeispielen).

4. Der Musikalische Bambus der Bolivianischen Anden

Credits

Autor: Sebastian Hachmeyer.
Produktion und Schnitt: Celia Fritze-Nabjinsky.
Klangaufnahmen: Sebastian Hachmeyer.
Musikaufnahmen: Sebastian Hachmeyer und Jesika Paredes.

Musik: Jach’a Sikuri de Faluyo, Marka Umanata (Intro); Phuna de Challa, Isla del Sol (Copacabana); Pífano de Curva, AIOC Nación Suyu Kallawaya (Charazani); Qantu de Quiabaya, AIOC Nación Suyu Kallawaya (Charazani); Sikuri de Haychu Marka, Puerto Acosta; Jacha’a Sikuri de Faluyo, Marka Umanata (Outro).

Dieser Beitrag nimmt die Hörer*innen mit auf eine Reise in die Welt des ‚musikalischen Bambusses‘. Auf der Altiplano-Hochebene in den bolivianischen Anden werden einheimische, teils endemische andine Bambusarten für den Bau von andinen Flöten verwendet. Basierend auf einer Einleitung in die Ökomusikologie wird erklärt, wie die Bambusbiologie den Hochlandflötenbau beeinflusst, und welche Nachhaltigkeitsprobleme in der Bambusnutzung im Flötenbau aktuell akut sind. In diesem Kontext wird das traditionelle ökologische Wissen der Flötenbauer und Bambussammler sowie die lokale Bambussammelpraxis erläutert, und welche Rolle Klang dabei spielt.

Besondere Verweise

  1. Hachmeyer, Sebastian. The Musical Bamboos of the Bolivian Andes Research Blog. Aufgerufen am 11. September 2025. https://www.musical-bamboos.com.

Bibliographie

  1. Buechler, Hans C. The Masked Media: Aymara Fiestas and Social Interaction in the Bolivian Highlands. Den Haag: Mouton, 1980.
  2. Guerrero, C. „Flowering Cycles of Woody Bamboos native to Southern South America.“ Journal of Plant Research 127, Nr. 2 (2014), 307-13.
  3. Gutiérrez, Ramiro. „Instrumentos Musicales Tradicionales en la Comunidad Artesanal Walata Grande, Bolivia.“ Latin American Music Review 12, Nr. 2 (1991), 124-59.
  4. Hachmeyer, Sebastian. „The Musical Bamboos of the Bolivian Andes: An Interdisciplinary Ecomusicology.“ Ecomusicology Review 9 (2024). https://ecomusicology.info/hachmeyer2024/.
  5. Janzen, D.H. „Why Bamboos Wait So Long to Flower.“ Annual Review of Ecology and Systematics 7, Nr. 1 (1976), S. 347–39.

Time Stamps:

  • (00:00 – 03:14) Intro und Einleitung zur Folge
  • (03:14 – 17:13) Interview im Musikmuseum Beeskow
  • (17:13 – 27:38) Kulturen der Heimcomputer-Musik
  • (27:38 – 38:13) Toni Bernhart spielt Seilbahn
  • (38:13 – 52:25) Hochlandflötenbau in den Bolivianischen Anden
  • (53:25 – 53:43) Fazit und Outro

Credits

Moderation Intro und Outro: Anne Baillot (ORCID 0000-0002-4593-059X), Torsten Roeder (ORCID 0000-0001-7043-7820).

Autor*innen der Folge: Anne Baillot, Torsten Roeder.
Audioproduktion: Torsten Roeder.
Graphik: Sara-Lee Nußbaum (basierend auf dem Bild Circles in a Circle von Vassily Kandinsky).

Besondere Verweise

  1. Melusina Press. „Startseite.“ Aufgerufen am 15. Mai 2025 https://www.melusinapress.lu.

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